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Wirtschaft Telekom bekommt noch mehr Gegenwind bei US-Verkauf
Mehr Welt Wirtschaft Telekom bekommt noch mehr Gegenwind bei US-Verkauf
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12:50 18.09.2011
Rene Obermann und der Deutschen Telekom steht beim Verkauf ihrer Mobilfunktochter T-Mobile USA eine Hängepartie bevor. Quelle: dpa (Archiv)
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Washington/New York

Die Vorbehalte gegen den Verkauf des Mobilfunkanbieters T-Mobile USA an den größeren Rivalen AT&T nehmen zu. Die Generalstaatsanwälte von sieben US-Bundesstaaten haben sich einer Klage des Justizministeriums angeschlossen, mit der das 39 Milliarden Dollar (28 Mrd. Euro) schwere Geschäft geblockt werden soll. „Zusammen wollen wir die Konsumenten vor dem Schaden bewahren, den die geplanten Transaktion anrichten würde“, erklärte das Justizministerium am späten Freitag (Ortszeit) in Washington.

Die Wettbewerbshüter fürchten höhere Preise und einen schlechteren Service, wenn sich die Nummer zwei auf dem US-Mobilfunkmarkt die jetzige Nummer vier einverleibt. AT&T stiege dann zum absoluten Marktführer auf und es blieben nur noch zwei weitere landesweit vertretene Konkurrenten übrig: die große Verizon und die kleinere Sprint. Sprint hatte ebenfalls Klage gegen den Verkauf eingereicht und begrüßte den Vorstoß der Generalstaatsanwälte. „Das ist ein starkes Eintreten für den amerikanischen Konsumenten“, sagte Managerin Vonya McCann.

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AT&T seinerseits verwies darauf, dass in anderen US-Bundesstaaten keine Vorbehalte gegen das Geschäft mit der Deutschen Telekom bestünden. Der US-Mobilfunkriese drängt nun auf der einen Seite auf eine rasche Klärung vor Gericht, auf der anderen Seite erneuerte AT&T sein Verhandlungsangebot an die Wettbewerbshüter: „Wir bleiben an einer Lösung interessiert, die die Vorbehalte des Justizministeriums gegen die Fusion mit T-Mobile ausräumt.“ Denkbar wäre etwa die Abtretung von Kunden oder Funklizenzen.

Inwieweit das Vorpreschen der Generalstaatsanwälte das Verfahren verkompliziert, war zunächst unklar. Unter den skeptischen Bundesstaaten sind auch Schwergewichte wie Kalifornien und New York. Fest steht nur, dass der Deutschen Telekom eine Hängepartie bevorsteht. Dabei hatte sie sich mit dem Verkauf von T-Mobile USA eigentlich eines Sorgenfalls entledigen wollen. Die Deutschen hatten es versäumt, ihr Netz auszubauen und können bis heute das beliebte iPhone-Handy von Apple nicht anbieten. Kunden sprangen ab. Dafür gilt T-Mobile USA als preisgünstig.

Etwas mehr Klarheit in dem Verfahren dürfte der 21. September bringen: Dann hat die zuständige Washingtoner Richterin Ellen Huvelle zu einer Anhörung geladen, bei der die Streitparteien über die Möglichkeiten eines Vergleichs diskutieren sollen. Unklar ist derzeit allerdings, was ein Kompromiss für die Telekom als Verkäufer bedeuten würde. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hat AT&T das Recht, den ausgehandelten Preis zu drücken, wenn das Unternehmen zu große Kröten schlucken muss.

dpa