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Wirtschaft Tausende Jobs bei RWE in Gefahr
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17:58 06.11.2013
Peter Terium, Vorstandsvorsitzender der RWE AG, spricht während der RWE Bilanzpressekonferenz in Essen (Nordrhein-Westfalen). Quelle: dpa
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Essen

Das Sparprogramm beim Energiekonzern RWE nimmt weitere Konturen an: Laut einem Medienbericht plant das Unternehmen angesichts der abgestürzten Strom-Großhandelspreise mehrere tausend Jobs in seinen Kraftwerken abzubauen. Wie die "Rheinische Post" (Mittwoch) unter Berufung auf Betriebsratskreise berichtet, geht es aktuell um rund 2500 Stellen. Gleichzeitig berichtet das "Handelsblatt" (Donnerstag), dass Vorstandschef Peter Terium selbst im Zukunftsgeschäft mit den erneuerbaren Energien harte Einschnitte plane. So solle die Belegschaft der Konzerntochter RWE Innogy von derzeit 1500 halbiert, Kosten gedrückt und Investitionen gedrosselt werden.

Das Sparprogramm für Innogy mit dem Titel "Fit for Future All" gehöre zu einem von mehreren Maßnahmen, um die Kosten um rund zwei Milliarden Euro jährlich zu reduzieren, berichtete das "Handelsblatt" weiter. Dass nun auch Innogy so stark von ein Einsparungen betroffen sei, überrasche. Schließlich spiele der Bereich in der Zukunftsstrategie von Terium eine zentrale Rolle. Die "Rheinische Post" berief sich in ihrem Bericht auf eine Betriebsrätekonferenz der RWE-Kraftwerkssparte in Alsdorf vom Dienstag dieser Woche. RWE kommentierte die Zahl nicht. Nähere Informationen zum geplanten Stellenabbau werde es wie angekündigt am 14. November bei der Vorlage der Quartalszahlen geben, sagte eine Sprecherin.

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Das Unternehmen hatte bereits Ende September eine Halbierung der Dividende und Einschnitte beim Personal in der Kraftwerkssparte angekündigt. Damals war in ebenfalls unbestätigten Medienberichten von 3000 Stellen die Rede. Außerdem soll es Verhandlungen über eine Nullrunde für die Beschäftigten gegeben haben. Da sei die Haltung der Gewerkschaften aber klar, sagte ein Verdi-Sprecher am Dienstag: "Das kommt nicht in die Tüte und dabei bleibt es." RWE beschäftigt rund 69 000 Menschen, davon etwa 17 000 in der Stromerzeugung in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien.

Im ersten Halbjahr 2013 hatte RWE seine Bilanz nur durch Sondereinnahmen vom russischen Gasriesen Gazprom nach Beilegung eines Streits über die Bezugspreise gerettet. Bei einem leicht gestiegenen Umsatz auf 28,5 Milliarden Euro kletterte des betriebliche Ergebnis um 12,3 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Durch eine hohe Abschreibung auf niederländische Kraftwerke verzeichnete der Versorger unter dem Strich allerdings einen Gewinneinbruch von 38 Prozent auf knapp 1 Milliarde Euro. Die Photovoltaik verdränge in Spitzenlastzeiten die Gaskraftwerke vollständig aus dem Markt, hatte RWE-Finanzchef Bernhard Günther geklagt: "Viele unsere Kraftwerke schreiben inzwischen rote Zahlen."

dpa

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