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Wirtschaft Flugbegleiter der Lufthansa streiken wieder
Mehr Welt Wirtschaft Flugbegleiter der Lufthansa streiken wieder
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15:51 23.11.2015
Die in der Gewerkschaft UFO organisierten Flugbegleiter der Lufthansa wollen am Donnerstag und Freitag wieder streiken. Quelle: dpa
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Frankfurt

Die Lufthansa hat bestürzt und enttäuscht auf die erneute Streikankündigung ihrer Flugbegleiter reagiert. "Wir sind sehr enttäuscht, dass es seitens der Gewerkschaft offenbar keine Bereitschaft zum Dialog gibt, obwohl allen klar ist, dass wir nur in Gesprächen zu einer Lösung finden können", erklärte Personalvorstand Bettina Volkens am Montag in einer Mitteilung.

Das Unternehmen habe gerade erst die beteiligten Gewerkschaften Verdi, Ufo und Cockpit zu einem sogenannten "Job-Gipfel" eingeladen. Sowohl mit der VC als nun auch mit der Ufo wurde aber kein Einvernehmen über die dort zu besprechenden Themen erzielt. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat in der Folge für diesen Donnerstag und Freitag erneut zu einem Streik aufgerufen, der auch noch nach dem Wochenende fortgesetzt werden könnte. Die Gewerkschaft hatte erst am 13. November einen einwöchigen Streik beendet, bei dem rund 4700 Flüge ausgefallen waren. Betroffen waren etwa 550.000 Passagiere.

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Was Fluggäste jetzt wissen müssen

Diese rechtliche Regeln gelten in jedem Fall:

1) Die Airline muss eine Ersatzbeförderung anbieten Die Fluggesellschaft muss so schnell wie möglich eine alternative Beförderung ermöglichen. Bei streikbedingten Flugausfällen oder deutlichen Verspätungen ist eine Umbuchung auf einen anderen Flug möglich. Ist das Ziel auch per Bus oder Bahn erreichbar, kann die Airline diese Transportmöglichkeit anbieten. Wenn sich ein Flug nur um wenige Stunde verschiebt, genügt es zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Wenn ein Flug definitiv ausfällt oder sich mehr als fünf Stunden Verspätung aufsummieren, kann der Kunde sein Ticket zurückgeben und bekommt dann sein Geld zurück.

2) Die Airline muss ihre Kunden versorgen Die Fluggesellschaft - oder bei einer Pauschalreise der Veranstalter - muss die Kunden betreuen. Das gilt nach EU-Recht auch bei einem Streik, für den die Airline nichts kann. Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

3) Es gibt keine Entschädigung Nach EU-Recht steht Reisenden bei Flugausfall oder Verspätungen von mehr als drei Stunden eine Entschädigung zu. Das gilt nach aktueller Rechtsprechung aber nicht, wenn höhere Gewalt vorliegt - und das ist bei einem Streik der Fall.

4) Bei einer Pauschalreise lässt sich der Preis mindern In diesem Fall geht es um die rechtliche Frage: Hat der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt? Wenn nicht, dann lässt sich der Reisepreis mindern - je nach Schwere des Mangels. Wer zum Beispiel zwei Tage am Flughafen festsitzt und damit wertvolle Urlaubszeit verpasst, kann den Reisepreis anteilig mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, kann der Kunde unter Umständen sogar kostenlos von der Reise zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es aber nicht.

afp/dpa

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