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Wirtschaft TUI Deutschland baut um
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11:05 26.02.2013
Von Jens Heitmann
Der Reiseveranstalter TUI Deutschland will sich verschlanken. Quelle: dpa
Hannover

„Mit der von uns angestrebten Struktur sind wir künftig in der Lage, schneller als bisher auf Marktveränderungen zu reagieren“, sagte TUI-Deutschland-Chef Christian Clemens in Hannover. „Wir werden dadurch effizienter und können unsere Ertragskraft steigern.“
Nach Einschätzung von Clemens macht die große Anzahl von Gesellschaften die Steuerung des Geschäfts unnötig kompliziert. Notwendige Entscheidungen müssten mit einer Vielzahl von Gremien abgestimmt werden, zudem verursachten die vielen Schnittstellen einen enormen Abstimmungsaufwand. Von den geplanten Änderungen seien insgesamt rund 7000 Mitarbeiter betroffen – ein Stellenabbau in größerem Maßstab sei jedoch nicht geplant, hieß es in Unternehmenskreisen. Die Überlegungen befinden sich den Angaben zufolge noch in einem frühen Stadium; die neue Struktur soll jedoch spätestens bis Jahresende stehen.

Mit dem geplanten Zuschnitt des Unternehmens nähert sich TUI Deutschland wieder ihren alten Strukturen an. Zum 1. Januar 2004 hatte der Veranstalter seine Callcenter, die Logistik und die Flughafenstationen in die TUI Vertrieb & Service (TVS) ausgegliedert; die Bereiche Gebäudemanagement, Personal sowie das Finanz- und Rechnungswesen wurden in der TUI Dienstleistungsgesellschaft (TDG) gebündelt. Daneben agieren weitere kleine Einheiten – insgesamt wurden seinerzeit knapp 1000 Mitarbeiter ausgelagert.
In der künftigen Struktur solle die Trennung zwischen Service- und Dienstleistungstätigkeiten einerseits und touristischen Kernfunktionen andererseits grundsätzlich beibehalten werden, sagte Clemens. Auch die Standorte blieben bestehen. In vielen Gesellschaften gebe es aber ähnliche Aufgaben in den Stabsbereichen, diese werde man „einer genaueren Betrachtung“ unterziehen. Hier gehe es jedoch maximal um zwei Dutzend Stellen.

Weniger Eigenständigkeit für die Fluggesellschaft TUIfly

Mit der neuen Struktur will Clemens offenbar auch die Eigenständigkeit der  Fluggesellschaft TUIfly beschränken. Bisher agiert die Airline wie eine Schwester – künftig solle sie wie eine Tochter behandelt werden, hieß es.
Der Betriebsrat von TUI Deutschland begrüßte die Pläne der Geschäftsführung. „Wir fordern seit über sechs Jahren eine operative deutsche Führungsgesellschaft mit vollem Durchgriffsrecht auf die Steuerung von Veranstalter, Vertrieb und Airline“, sagte Betriebsratschef Christian Kuhn. Er erhoffe sich von diesem Schritt eine erhebliche Verbesserung des Unternehmensergebnisses und damit eine größere Sicherheit für die Arbeitsplätze. TUI Deutschland hatte wegen des gestiegenen Wettbewerbsdrucks in der Branche mehrere Hundert Stellen abgebaut.

Arbeitnehmervertreter der anderen Gesellschaften zeigten sich gestern zurückhaltender. Der Arbeitgeber müsse erst einmal darlegen, worin die betriebswirtschaftlichen Vorteile der neuen Unternehmensstruktur bestünden, hieß es. In den Verhandlungen mit der Geschäftsführung werde man auf die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze dringen – beziehungsweise auf einen Interessenausgleich samt Sozialplan, sagte ein Betriebsrat einer TUI-Deutschland-Tochter.

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