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Wirtschaft 200 Marken sind 100 zu viel
Mehr Welt Wirtschaft 200 Marken sind 100 zu viel
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20:59 27.10.2013
Von Lars Ruzic
Bislang nur eines unter vielen: Das TUI-Logo. Quelle: dpa
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Aufräumen kann eine langwierige Angelegenheit sein. Hinter jeder Ecke drohen mitunter neue Herausforderungen. Ein neuer Konzernchef hat damit in der Regel einige Monate zu tun. So wie Friedrich Joussen, der beim hannoverschen TUI-Konzern schon an vielen Stellen Korrekturbedarf ausgemacht hat. Der Firmenjet wurde abgeschafft, die Konzernzentrale soll ausgedünnt, unrentable Hotels geschlossen, das Kreuzfahrtgeschäft auf den Prüfstand gestellt werden und so weiter. Auch bei den unzähligen Marken im Konzern, durch viele Zukäufe und Wildwuchs im eigenen Haus zustande gekommen, will der frühere Vodafone-Deutschlandchef nun durchforsten. Auf sage und schreibe 200 verschiedene bringt es der Reiseriese inzwischen.

„Ich halte mindestens die Hälfte davon für entbehrlich“, sagte Joussen, der im Februar den Vorstandsvorsitz von Michael Frenzel übernommen hat. Der Auftritt von TUI sei „extrem fragmentiert“. Mit einer Betonung der Marke TUI könnten Werbegelder zukünftig besser eingesetzt werden. Die Marken Robinson Club und die spanischen RIU-Hotels sollten erhalten bleiben, da sie wie die Kernmarke TUI sehr bekannt seien, sagte der Konzernchef. „Aber ansonsten sollte die Zahl unserer Marken deutlich sinken.“

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Damit fand er sogleich Zustimmung unter den ihm unterstehenden Managern. „Das ist natürlich eine unglaubliche Flora an Marken“, sagte TUI-Deutschland-Chef Christian Clemens. Joussens Plan sei durchaus nachvollziehbar. „Ich kann das verstehen, weil diese vielen Marken aus Kundenperspektive vielleicht verwirrend sind.“ Clemens schloss nicht aus, dass sich die Zahl der Marken von TUI Deutschland künftig ebenfalls verringern würde. „Im Moment sehe ich das aber nicht.“ Wann TUI die Marken zusammenstreiche und ob Arbeitsplätze davon betroffen seien, stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin des Konzerns.

Im Kerngeschäft will der Konzern indes leicht an der Preisschraube drehen. TUI-Kunden müssen für beliebte Reiseziele im kommenden Sommer tiefer in die Tasche greifen. Der Marktführer zieht die Preise für Urlaub in Spanien um 2 Prozent und für Reisen in die Türkei um 2,5 Prozent an. Das kündigte der Touristikchef von TUI Deutschland, Oliver Dörschuck, am Sonnabend bei der Vorstellung der Sommerkataloge auf Teneriffa an. Im Durchschnitt bleiben die Preise aber stabil. 3 Prozent weniger zahlen Touristen für Urlaub auf Mauritius und den Malediven. Die USA und Australien werden 2 Prozent günstiger, Griechenland um 1,5 Prozent. Auch Reisen nach Ägypten bietet TUI im Sommer 2014 für niedrigere Preise an (minus 2 Prozent). Das Geschäft brach im Sommer 2013 wegen der politischen Unruhen um 43 Prozent ein. Griechenland war mit einem Plus von 7,2 Prozent dagegen der Gewinner auf der Mittelstrecke.

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