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13:59 26.07.2013
Auch die Praktiker-Tochter Max Bahr ist insolvent. Quelle: dpa
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Hamburg

Zwei Wochen nach der Baumarktkette Praktiker ist auch deren Tochtergesellschaft Max Bahr überschuldet und zahlungsunfähig. Nach dem Rückzug eines Warenkreditversicherers sei die Versorgung der Märkte nicht mehr gesichert und es gebe keine positive Prognose für die Fortführung des Unternehmens, teilte Praktiker am Donnerstagabend in Hamburg mit. Die 132 Märkte bleiben jedoch geöffnet und sollen ihren Geschäftsbetrieb stabilisieren. Die Suche nach Investoren gehe weiter, sagte ein Sprecher einer der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter der Praktiker-Gruppe.

Max Bahr ist höherwertig positioniert als Praktiker und sollte in Deutschland zur Hauptvertriebslinie der Gruppe ausgebaut werden. In den 132 Märkten arbeiten rund 5000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft Verdi warnte am Freitag vor einer drohenden Zerschlagung des gesamten Konzerns. „Auch Warenkreditversicherer, Banken, Lieferanten und Vermieter müssen Verantwortung für die Arbeitsplätze und Existenzen der rund 15.000 Beschäftigten bei Max Bahr und Praktiker übernehmen“, forderte Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag in Hamburg. Es sei skandalös, dass ein einzelner Warenkreditversicherer aus kurzfristigem Profitinteresse die Fortführung des Unternehmens gefährde.

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Das Versicherungsunternehmen Coface erklärte, es könne zu konkreten Fällen nicht Stellung nehmen. „Generell prüfen wir kontinuierlich die Bonität und Zahlungsfähigkeit von Unternehmen, ehe wir unseren Kunden Versicherungsschutz für ihre Lieferungen einräumen“, sagte Unternehmenssprecher Erich Hieronimus. Für die Belieferung eines liquiden Unternehmens sei oft keine Versicherung notwendig. Die Lieferanten könnten auch ein insolventes Unternehmen weiter beliefern, zum Beispiel gegen Vorkasse oder bar bei Lieferung. Coface mit Hauptsitz in Paris ist einer der drei großen Warenkreditversicherer in Deutschland.

„Durch die Max-Bahr-Insolvenz ändert sich an der bisherigen Strategie nichts“, sagte ein Sprecher von Christopher Seagon, einem der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter von Praktiker. Die Märkte seien geöffnet, die Gespräche mit den Gläubigern liefen gut. Die vorläufigen Insolvenzverwalter wollen Investoren für das Unternehmen finden und haben bereits Interesse dafür registriert. Das sind aber noch keine konkreten Angebote. In einem längeren Prozess soll zunächst eine Investmentbank mit dem Verkauf beauftragt werden, die den Interessenten dann die Bücher öffnet. Erst danach werden konkrete Angebote eingehen, entweder für den gesamten Konzern oder für einzelne Standorte. Bis dahin dürften noch einige Wochen vergehen.

„Die Gefahr einer Zerschlagung ist eher größer geworden“, sagte der Frankfurter Anwalt Ingo Scholz. Er vertritt die Inhaber einer Unternehmensanleihe über 250 Millionen Euro und damit die größte Gläubigergruppe. Der Gläubigerausschuss hatte sich am Vortag getroffen und über die Lage bei Praktiker beraten. Zu den Zeichnern der Anleihe aus dem Februar 2011 gehören auch viele Kleinanleger, die vermutlich einen Großteil ihres Geldes verlieren werden.

dpa

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