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Wirtschaft Streiks bei der Post haben begonnen
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23:05 08.06.2015
Die Post bleibt erst einmal liegen: Zusteller und Briefträger treten ab heute schrittweise in einen bundesweiten Streik.  Quelle: dpa
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Berlin

Briefträger und Paketboten der Deutschen Post sind seit Montagnachmittag schrittweise in einen unbefristeten Streik getreten. Die Post habe sich in sechs Verhandlungsrunden keinen Millimeter auf eine Lösung des Konflikts hinbewegt, sondern ein Angebot der Gewerkschaft ignoriert, erklärte Verdi-Vize Andrea Kocsis. "Wir müssen den Druck nun massiv erhöhen." Millionen Briefe und Pakete werden in den kommenden Tagen voraussichtlich wieder verspätet ankommen.

In dem Tarifkonflikt geht es um Bezahlung und Arbeitszeit für rund 140.000 Beschäftigte. Kern der Auseinandersetzung ist aber der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Die dort beschäftigten rund 6000 Paketboten werden nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt, sondern erhalten die oft niedrigeren Löhne der Logistikbranche. Verdi will erreichen, dass sie tariflich unter das Dach der Post zurückkehren. Im Gegenzug wollte die Gewerkschaft für 2015 auf eine lineare Lohnerhöhung verzichten, forderte aber eine Einmalzahlung von 500 Euro und ein Lohnplus von 2,7 Prozent für 2016. Diese Forderung lehnte die Post am Montag ab.

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Pattensen und Anderten werden bestreikt

In ganz Niedersachsen wollen sich rund 600 Angestellte an dem Streik beteiligen. Konzentrieren werde man sich auf die beiden Verteilzentren in Pattensen und Anderten, so Verdi-Sekretär Hans-Uwe Behrens. Eine Kundgebung in der Innenstadt von Hannover ist in den kommenden Tagen geplant. Erster Treffpunkt für die Streikenden ist am Montag das Briefzentrum in Pattensen.

Nicht betroffen von dem Streik sind die Filialen, die in Hannover alle zur Postbank und damit zur Deutschen Bank gehören. Auch die Paketannahmestellen, häufig in Läden untergebracht, bleiben vom Ausstand verschont. 

Bei wichtigen Briefen auf Fristen achten

Fristen für Schriftstücke und Pakete müssen eingehalten werden, auch wenn die Post streikt. „Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass die Sendungen rechtzeitig beim Empfänger ankommen“, sagt Edith Kindermann, Vizepräsidentin des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Im Zweifel müsse man sich selbst um die Zustellung bemühen – und den Brief eventuell sogar eigenhändig einwerfen. „Nehmen Sie sich dafür am besten einen Zeugen mit“, rät Kindermann. Wer ganz sichergehen will, kann den Zeugen schriftlich bestätigen lassen, dass der Brief eingeworfen wurde. Ist eine Antwort in Textform nötig, reicht unter Umständen auch ein Fax oder eine Mail aus. Ist die Schriftform nötig, muss es allerdings ein Brief sein.

Wer Waren im Internet bestellt, kann die Produkte in Ruhe zu Hause prüfen. 14 Tage haben Kunden in der Regel Zeit, bevor sie die Waren zurückschicken müssen. „Bei dieser Frist reicht es, wenn Sie die Waren innerhalb dieses Zeitraumes abschicken“, erklärt die Rechtsanwältin. Kommt das Paket aufgrund des Streiks verspätet beim Händler an, hat der Kunde die Frist trotzdem eingehalten. Dass das Paket rechtzeitig abgeschickt wurde, muss der Absender aber auch beweisen können: „Sie sollten den Einlieferungsbeleg aufheben.“

dpa/asl

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