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Wirtschaft Staat hat rund 56 Milliarden Euro weniger Schulden
Mehr Welt Wirtschaft Staat hat rund 56 Milliarden Euro weniger Schulden
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18:15 28.10.2011
Die "Bad Bank" für die Altlasten der verstaatlichten Hypo Real Estate hat weniger Schulden als im jüngsten Halbjahresbericht ausgewiesen.
Die "Bad Bank" für die Altlasten der verstaatlichten Hypo Real Estate hat weniger Schulden als im jüngsten Halbjahresbericht ausgewiesen. Quelle: dpa
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München

Die Bad Bank, die unter dem Namen FMS Wertmanagement firmiert, hat die Berechnung ihrer Verbindlichkeiten korrigiert. Deshalb lasten auf der Bundesrepublik schlagartig rund 56 Milliarden Euro weniger Schulden.

Ein Sprecher der FMS bestätigte am Freitag in München einen entsprechenden Bericht des Online-Magazins "stern.de". Demnach werden die Barsicherheiten für Finanzderivate nicht mehr wie bisher aufaddiert, sondern saldiert in den entsprechenden Bilanzposten ausgewiesen.

Die Abwicklungsanstalt habe ihre Bilanzsumme, die Derivate und Sicherungsgeschäfte enthält, in diesem Jahr im Vergleich zum Jahresabschluss 2010 mit über 30 Milliarden Euro um fast 10 Prozent abgebaut, teilte das Bundesfinanzministerium am Freitag auf dapd-Anfrage mit. Der für das laufende Jahr erwartete gesamtstaatliche Schuldenstand belaufe sich nunmehr auf 81,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das sind 2,6 Prozentpunkte weniger als für die Maastricht-Notifikation zum 30. September 2011 prognostiziert.

Darüber hinaus habe die FMS ihre Bilanzsumme 2010 nachträglich um 24,5 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Als Grund sei eine fehlende automatische Saldierungsmöglichkeit von Sicherheitsleistungen für Forderungen und Verbindlichkeiten angeführt worden. Das sei plausibel, erklärte das Finanzministerium. Es handle sich offenbar um fehlerhafte Doppelbuchungen. Die genauen Hintergründe und Einzelheiten müssten jedoch noch sorgfältig untersucht und bewertet werden.

Weil die Verbindlichkeiten der FMS in die Berechnung der deutschen Staatsschulden gemäß EU-Vertrag einfließen, hat die Bundesregierung die überarbeiteten FMS-Zahlen für 2010 laut "stern.de" auch an Eurostat gemeldet. Die EU-Statistikbehörde veröffentlichte vergangene Woche eine neue Übersicht der Defizite und Schulden in den Mitgliedsstaaten und erwähnte auch "Revisionen" für Deutschland wegen der FMS Wertmanagement. Allerdings könnte sich die Verringerung der Schulden im Zuge der Neuberechnung schnell wieder erübrigen: Der beabsichtigte Schuldenschnitt für Griechenland könnte den deutschen Steuerzahler weitere Milliarden kosten.

Wie hart der beschlossene Schuldenschnitt für das angeschlagene Land die FMS Wertmanagement treffen wird, ist noch offen.

dpa/dapd/fh

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