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17:06 11.04.2015
Foto: Werbeanrufe, die ein Verbraucher nicht ausdrücklich genehmigt hat, sind illegal.
Werbeanrufe, die ein Verbraucher nicht ausdrücklich genehmigt hat, sind illegal. Quelle: dpa
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Mehr als 26.200 Beschwerden gingen im vergangenen Jahr bei der Bundesnetzagentur ein, in denen Verbraucher unliebsame Anrufe von Callcentern beklagen. 2013 hatte die Bundesregierung die Gesetze für Werbung am Telefon noch einmal verschärft und ein höheres Bußgeld festgesetzt. Bis zu 300.000 Euro drohen Unternehmen, die illegal am Telefon Kunden anwerben wollen. Das gilt für automatisierte Computeranrufe ebenso wie für Callcentermitarbeiter. Doch nicht viele Firmen scheinen sich davon abschrecken zu lassen. Denn 2014 gab es nur 7000 Beschwerden weniger als im Vorjahr.

Doch auch wenn die Anrufe ohne vorherige Einwilligung rechtswidrig sind: Schließt der Angerufene im Laufe des Gesprächs einen Vertrag mit dem Callcentermitarbeiter ab, ist dieser rechtswirksam. Grünen-Politikerin Bärbel Höhn fordert deshalb, dass die Verträge erst schriftlich bestätigt werden müssten, bevor sie Gültigkeit erlangen. Doch was kann man als Verbraucher tun, um erst gar nicht in diese Falle zu tappen?

Wann ist Telefonwerbung illegal?

Seit 2009 ist Werbung am Telefon nur erlaubt, wenn der Angerufene vorher ausdrücklich seine Einwilligung erteilt hat. Die muss dem Callcenter auch vorliegen und darf nicht erst zu Beginn des Gesprächs eingeholt werden. Zudem darf das Callcenter seine Nummer nicht mehr unterdrücken, wodurch Werbeanrufe leichter zurückverfolgbar sein sollen.

Wie kann man sich vor Werbeanrufen schützen?

In Zeiten von Online-Shops und Treuekarten ist es schwer zu verhindern, dass die eigene Nummer in Umlauf gerät. Ist das passiert, gibt es kein Mittel, um die Anrufe abzuhalten. Allerdings kann man sich gegen das nervige Gequatsche wehren. Verbraucherschützer raten dazu, den Anrufer zur Rede zu stellen und ihn nach seinem Namen, dem seiner Firma und dem Grund seines Anrufs zu fragen. Diese sollten anschließend an die Bundesnetzagentur oder die Verbraucherzentrale weitergeleitet werden.

Zudem sollten Angerufene deutlich sagen, dass sie kein Interesse an dem angepriesenen Produkt haben, keine weiteren Anrufe wollen und die Löschung der Daten verlangen.

Kann die Telefongesellschaft Werbeanrufe blockieren?

Kunden können zum Beispiel beantragen, dass Anrufe mit unterdrückter Nummer nicht durchgestellt werden. Das betrifft aber auch erwünsche Anrufe.

Wann können Werbeanrufe Schaden anrichten?

Verbraucher werden von Werbeanrufen meist regelrecht überrumpelt. Denn die Callcentermitarbeiter reden massiv auf den Angerufenen ein und lassen ihm kaum Zeit, über den Sinn eines Kaufs oder die Teilnahme an einem Gewinnspiel nachzudenken. Verträge werden damit regelrecht aufgedrängt. Diese sind allerdings rechtswirksam, auch wenn nichts unterschrieben wurde.

Kann man einen mündlich geschlossenen Vertrag widerrufen?

Ja, denn generell gilt ein Widerrufsrecht. Innerhalb von zwei bis vier Wochen kann auch ein am Telefon geschlossener Vertrag ohne Angaben von Gründen zurückgenommen werden. Die Frist beginnt erst, wenn dem Verbraucher eine schriftliche Widerrufsbelehrung vorliegt. Bekommt er so etwas nicht, kann er auch nach der Frist noch widerrufen.

Was kann man tun, wenn einfach Geld vom Konto abgebucht wurde?

Unternehmen dürfen erst dann vom Konto abbuchen, wenn der Kunde schriftlich eine Einzugsermächtigung erteilt hat. Hat er nichts unterschrieben und es fehlt trotzdem Geld, sollte sich der Verbraucher an seine Bank wenden und die Buchung rückgängig machen lassen.

isc/afp

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