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Wirtschaft Sind die Subway-Sandwiches zu klein?
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18:54 25.01.2013
Von Stefan Koch
Washington

Die großen Sandwiches in den Schnellrestaurants der Subway-Kette sind eigentlich kaum zu schaffen. So mancher Kunde, der ein "Footlong" (Fußlang) bestellt, lässt nach dem Essen die Hälfte in den Müll wandern. Doch zwei Gäste aus New Jersey wollten es ganz genau wissen und legten ein Maßband an: Ihr Sandwich kam nur auf 28 Zentimeter, obwohl es nach dem alten Längenmaß eigentlich 30,48 Zentimeter umfassen müsste. Die enttäuschten Kunden reichten Klage ein und fordern in aller Ernsthaftigkeit einen Schadensersatz in Millionenhöhe.

Gerichtsprozesse einzelner Kunden gegen Lebensmittelkonzerne nimmt man in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht auf die leichte Schulter. Für Aufsehen sorgte in den neunziger Jahren ein Verfahren gegen die Fast-Food-Kette McDonald's, weil sich eine Kundin an einem heißen Kaffee verbrüht hatte. Und vor einem Jahr musste der Nutella-Hersteller Schadensersatz in Millionenhöhe leisten, weil sich eine Mutter aus Los Angeles getäuscht fühlte, dass der Brotaufstrich gar nicht so gesund sei wie es in der Fernsehwerbung behauptet wurde.

Ähnliches droht nun offenbar der Schnellrestaurantkette Subway, die mit ihren fußlangen Sandwiches weltweit offensiv wirbt.  Ein australischer Teenager war Anfang der Woche der erste, der offenbar ein gutes Augenmaß bewies: Als ihm seine Bestellung serviert wurde, zückte der junge Mann kurzerhand ein Maßband, kam auf etwa 28 Zentimeter und beschwerte sich via "facebook" über den Konzern. Über das soziale Netzwerk entwickelte sich der kleine Ärger innerhalb weniger Tage zur einer regelrechte Protestlawine, an der sich mittlerweile mehrere tausend Subway-Gäste beteiligen.

Die beiden Kunden aus New Jersey gingen dem Verdacht allerdings akribischer nach und besuchten nach eigenen Angaben insgesamt 17 Schnellrestaurants. Ihr Vorwurf: Subway verkürze seine Sandwiches "systematisch", um sich einen Handelsvorteil zu verschaffen.

Nun ist es mit den Längenmaßen manchmal eine verflixte Angelegenheit. In Deutschland hatte man sich aus gutem Grund bereits zur Reichsgründung 1871  von den altertümlichen Berechnungen verabschiedet. Und auch in Australien gilt in jüngster Zeit eigentlich das Metermaß. Auf diese Besonderheiten verweist auch der Konzern. Gegenüber dem US-Sender ABC News verteidigte sich am Freitag ein Sprecher mit dem Hinweis, dass das "fußlange Sandwich" doch nur ein Markenname sei und kein exaktes Längenmaß. Gleichwohl "orientiere" man sich an der alt-britischen Fußlänge von 12 Inches, also 30,48 Zentimetern. Wie die US-Medien berichten, reicht dieser Hinweis den Rechtsanwälten nicht aus: Sie fordern ein Ende der "irreführenden" Werbung - und etwa fünf Millionen Dollar Schadensersatz.

Dem Milliardär und Subway-Gründer Fred DeLuca dürfte der Ärger gar nicht gelegen kommen. Obwohl der legendäre Unternehmer große Expansionspläne hegt und vor allem den Mitbewerber McDonald's überholen will, ist die Zahl der Subway-Restaurants in Deutschland in jüngster Zeit deutlich rückläufig.

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