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17:36 06.11.2013
Foto: Die durchschnittliche Verschuldung liegt bei 33 000 Euro pro Kopf. Quelle: dpa
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Hannover/Düsseldorf

Bundesweit ist nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform fast jeder zehnte Erwachsene in Deutschland überschuldet. 6,58 Millionen Menschen sind demnach nicht in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit zu begleichen. Wie Creditreform am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte, summiert sich bei durchschnittlichen Schulden von rund 33 000 Euro pro Kopf der Schuldenberg auf knapp 221 Milliarden Euro.

In Hannover sind 13,77 Prozent der Erwachsenen verschuldet. Unter den Landeshauptstädten schneiden lediglich Magdeburg (14,64), Wiesbaden (16,18) und Saarbrücken (16,28) noch schlechter ab. Im Vergleich dazu hat München mit 8,13 Prozent die wenigsten Schuldner unter den Landeshauptstädten.

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Der Westen Deutschlands entwickele sich derzeit zum Sorgenkind, hieß es. Während sich der Negativtrend im Osten des Landes nicht verstärkt habe, sei vor allem im Westen eine Zunahme von Fällen mit hoher Verschuldung zu beobachten. Die Betroffenen hätten oft kaum noch eine Chance, sich aus der Schuldenspirale zu befreien. Ihnen stehen weder Vermögen noch zusätzliche Kreditmöglichkeiten zur Verfügung.

Mit einer Schuldnerquote von 19,84 Prozent sei in Bremerhaven nahezu jeder fünfte Einwohner überschuldet, was die Stadt zum negativen Spitzenreiter in der bundesweiten Statistik macht. Unter den Großstädten mit mehr als 400 000 Einwohnern führen die beiden Ruhrgebiets-Kommunen Duisburg und Dortmund mit Quoten von 14,36 Prozent beziehungsweise 14,01 Prozent die bundesweite Statistik an. Bundesweit am besten steht dagegen der bayerische Landkreis Eichstätt mit einer Überschuldungsquote von lediglich 3,71 Prozent da.

Ursachen der Überschuldung sei neben überzogenem Konsumausgaben etwa für Handys und Autos eine steigende Belastung mit fixen Kosten für Strom oder Mieten. Im Vergleich zum Vorjahr habe die Zahl der Betroffenen lediglich um rund 10 000 abgenommen, so dass der Wert nahezu unverändert sei, hieß es. Angesichts einer guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und anhaltend niedriger Zinsen sei dies "enttäuschend", hob die Wirtschaftsauskunftei hervor. Die Überschuldungsampel bleibe damit in Deutschland auf "hellrot". Bereits für das kommende Jahr rechnen die Experten mit einem Anstieg der Verschuldungsquote auf einen Wert "um die zehn Prozent". Aktuell seien es 9,81 Prozent.

Schuldenmachen bleibt vor allem eine Domäne der Männer. Rund 4,2 Millionen überschuldeten Männern stehen nach der Analyse 2,3 Millionen Schuldnerinnen gegenüber. Männer seien oft risikobereiter und neigten auch eher dazu, sich zu überschätzen, hieß es. Vor allem bei jüngeren Verbrauchern verhielten sich Frauen jedoch immer mehr wie ihre männlichen Altersgenossen, beklagte Creditreform.

Es habe in den vergangenen Jahren eine zum Teil drastische Zunahme der Überschuldung vor allem unter jungen Verbrauchern gegegeben, aber auch bei Älteren über 70 Jahren. Spitzenreiter bei der Überschuldung ist jedoch mit einer Quote von 18,13 Prozent immer noch die mittlere Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen. Besorgniserregend sei auch, dass gut 38 Prozent der Alleinerziehenden als überschuldet gelten.

ang/dpa

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