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Wirtschaft Schlichterspruch bringt keine Klarheit bei Fluglotsen
Mehr Welt Wirtschaft Schlichterspruch bringt keine Klarheit bei Fluglotsen
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16:54 16.09.2011
Im Tarifkonflikt der Flutlotsen hat der Schlichterspruch vorerst keine Klarheit gebracht. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Man sei aber bereit, auf der Grundlage des Schlichterspruchs weiterzuverhandeln, kündigte die kleine Spezialgewerkschaft in Frankfurt an.

„Es wird in den Verhandlungen nicht nur darum gehen können, wie man die Vereinbarungen schriftlich fixiert. An einigen Stellen muss noch nachgebessert werden“, sagte GdF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang der Nachrichtenagentur dpa. Über das Entgelt für die rund 5000 DFS-Tarifbeschäftigten sei man sich weitgehend einig. Strittig seien aber insbesondere die von der GdF verlangten Besetzungsregeln für bestimmte Stellen in der Flugsicherung, sagte der Rechtsanwalt.

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Kein Thema sind vorerst die von der DFS verlangten bezahlten Überstunden der Lotsen. Laut Vogelsang sollen die weiteren Verhandlungen unter dem Vorsitz des Schlichters Volker Rieble stattfinden. Bis zum 21. September müsse man zusammenkommen. Ein Streik sei immer noch möglich, wenn man sich nicht einige. Ob die DFS nach den Vorbehalten der Gewerkschaft tatsächlich in die Verhandlungen eintritt, war zunächst noch unklar.

Gewerkschaft und Flugsicherung hatten sich im August zweimal vor den Arbeitsgerichten in Frankfurt hart bekämpft, bevor die DFS schließlich doch den Schlichter anrief. Damit wurde keine sechs Stunden vor dem geplanten Streikbeginn die erneute Friedenspflicht ausgelöst. Bei der ersten Gerichtsrunde hatte die Gewerkschaft den Arbeitskampf noch kurzfristig abgesagt. In der Schlichtungszeit hatten sich die Parteien laut DFS in vier Runden unter dem Vorsitz Riebels getroffen, aber zunächst keine Einigung erzielt. Riebel hatte daraufhin eine eigenständige Empfehlung abgegeben.

In dem Tarifkonflikt für die mehr als 5000 DFS-Tarifbeschäftigten geht es nicht vordergründig ums Geld. Die bundeseigene Flugsicherung wehrt sich insbesondere gegen zu enge Fesseln in der künftigen Personalplanung. Sie muss nach EU-Vorgaben mehr Luftverkehr für weniger Geld abwickeln. Die GdF sieht ihrerseits die Sicherheit gefährdet, wenn bestimmte Schnittstellen nicht mit erfahrenen Lotsen besetzt würden.

dpa