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Wirtschaft Schlecker bietet keine Abfindungen mehr an
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11:24 27.04.2012
Protest gegen Schlecker.
Protest gegen Schlecker. Quelle: dpa
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Ehingen

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz reagierte damit auf die Kritik der Gewerkschaft. Diese hatte sich darüber beschwert, dass nur Mitarbeitern, die geklagt hatten, eine Abfindung angeboten wurde. Zuvor hatte die Insolvenzverwaltung Beschäftigten vor Gericht zwischen 500 und 1000 Euro als Abfindung vorgeschlagen. Von den 9500 ehemaligen Schlecker-Beschäftigten wehren sich nach Informationen der Zeitung mindestens 3800 juristisch gegen ihre Kündigung.

Mehr als 1500 ehemalige Schlecker-Beschäftigte wehrten sich vor Gericht gegen ihre Kündigungen – zwei von ihnen wurden 500 Euro Abfindung angeboten. Aussagen einer Rechtsanwältin der Insolvenzverwaltung vor Gericht, dass die vor Gericht genannte Summe als „Leitfaden für alle Schlecker-Fälle“ gelten solle, widersprach ein Sprecher des Insolvenzverwalters am Donnerstag allerdings. Dem Sprecher Patrick Hacker zufolge soll es kein einheitliches Angebot für gekündigte Beschäftigte der insolventen Drogeriekette geben: „Das sind Einzelfallentscheidungen“, sagte er. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte das Vorgehen der Schlecker-Insolvenzverwaltung, klagenden Ex-Beschäftigten zu diesem Zeitpunkt Abfindungen in dieser Höhe anzubieten.

Die Anwältin hatte die Summe von 500 Euro am Mittwoch im Arbeitsgericht Ulm bei Güteverhandlungen mit zwei klagenden Ex-Schlecker-Beschäftigten angeboten, wie der zuständige Richter Nikolaus Zimmermann bestätigte. Wie er weiter sagte, hatte sie diese Summe vor dem Gericht als „Leitfaden für alle Schlecker-Fälle“ angegeben. Er bestätigte damit einen Bericht der „Südwest Presse“ (Donnerstag). „Wenn sich beide Parteien darauf einigen, wäre der schwierig zu führende Prozess abgewendet“, sagte der Ulmer Richter.

Die Summe sei „natürlich nicht viel“, über die Annahme hätten jetzt die Klagenden zu entscheiden. Eine einheitliche Linie sei bei mehreren Verfahren durchaus sinnvoll, sagte Zimmermann. Von der Insolvenzverwaltung hieß es, dazu gebe keinen Leitfaden.

Bundesweit haben nach bisherigen Angaben der Gerichte mehr als 1500 ehemalige Schlecker-Beschäftigte gegen ihren früheren Arbeitgeber geklagt. Ende März war im Zuge der Insolvenz der Drogeriekette 10.000 Mitarbeitern gekündigt worden.

Verdi-Sprecher Christoph Schmitz sagte der Nachrichtenagentur dpa, „wir sind sehr überrascht über die Höhe und den Zeitpunkt der angebotenen Abfindungen“. Ihn verwundere überhaupt, dass einzelnen klagenden Mitarbeitern zum derzeitigen Zeitpunkt ein Angebot unterbreitet wurde. „Wir erwarten, dass der Insolvenzverwalter vernünftige und verlässliche Informationen für alle gekündigten Beschäftigten gibt“, sagte Schmitz.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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