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Wirtschaft Schlecker-Tochter IhrPlatz droht Abwicklung
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14:31 10.06.2012
Der Schlecker-Tochter IhrPlatz droht laut Handeslexperte Thomas Roeb die Abwicklung. Quelle: dpa
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Bonn

Roeb geht davon aus, dass das Schicksal der insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz in ein bis zwei Monaten besiegelt sein wird. „Die interessantesten Standorte gehen dann wahrscheinlich an die Marktführer Rossmann und dm“, betonte Roeb. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Riesen Edeka und Rewe in letzter Minute doch noch für IhrPlatz interessieren, schätzte Roeb mit etwa zehn Prozent ein.

Der Münchner Investor Dubag wollte ursprünglich IhrPlatz und die XL-Märkte übernehmen und fortführen, indem er die XL-Filialen bei IhrPlatz eingliedert - der Name Schlecker sollte ganz verschwinden. Die Verhandlungen über diese Dubag-Pläne scheiterten am Freitag.

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Die Gründe für das Aus sind nach den Worten von Roeb vielschichtig, das Unterfangen sei aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. „Es gibt kein Beispiel in den letzten Jahren, dass ein so kleines Unternehmen überleben kann.“ Es gebe mehrere Beispiele anderer vergleichbar großer Unternehmen, die wirtschaftlich besser aufgestellt waren als IhrPlatz und es trotzdem nicht geschafft hätten, sagte Roeb. „Dazu gehören Budnikowsky und Kloppenburg. Beide haben ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit aufgegeben.“

Dubag habe diese Schwierigkeiten bei der Fortführung der Unternehmen unterschätzt. „Zentrale Ansätze zur Lösung dieses strategischen Grundproblems waren im Vorfeld schon gescheitert. Dazu gehören Kooperationsversuche mit anderen Einzelhändlern wie Edeka.“

Schließlich sei Dubag nicht mehr in der Lage gewesen dem größten Schlecker-Gläubiger Euler Hermes entgegen zu kommen. „Die Schwierigkeiten, ein trägfähiges Fortführungskonzept zu entwickeln, zeichneten sich immer stärker ab, so dass in der Schlussphase der Verhandlungen Dubag kaum noch Möglichkeiten hatte auch nur annähernd auf nachvollziehbare Gegenforderungen einzugehen.“

Ein kritischer Punkt waren die Warenwerte, die von beiden Seiten als unterschiedlich hoch eingeschätzt worden waren. „Dubag hatte letztlich keinen Spielraum mehr“, erklärte Roeb.

dpa

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