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Wirtschaft Schaeffler will bei Personal 250 Millionen Euro sparen
Mehr Welt Wirtschaft Schaeffler will bei Personal 250 Millionen Euro sparen
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11:09 13.05.2009
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Bei Schaeffler stehen bis zu 4500 Arbeitsplätze auf der Kippe. Quelle: Timm Schamberger/ddp
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Jährlich sollen Personalkosten in Höhe von 250 Millionen Euro eingespart werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Herzogenaurach mit. Dies solle vor allem durch Arbeitszeitverkürzungen, Kurzarbeit, freiwillige Aufhebungsverträge, Altersteilzeit, Kürzung von Einmalzahlungen und die Gründung von Transfergesellschaften erreicht werden. Auf betriebsbedingte Kündigungen wolle Schaeffler möglichst verzichten, hieß es. Der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall kündigten an, in betrieblichen Verhandlungen sicherstellen zu wollen, dass bis Mitte 2010 „keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen und gleichzeitig die Kostensenkungsziele erreicht werden“.

Der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Schaeffler Gruppe, Jürgen Geißinger, betonte: „Würden wir dieses Kostenziel allein über den Abbau von Arbeitsplätzen erreichen wollen, entspräche dies einer Größenordnung von etwa 4500 Arbeitsplätzen. Wir haben allerdings von Anfang an klargemacht, dass wir betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich vermeiden wollen.“

Das Unternehmen reagiert mit diesen Schritten eigenen Angaben zufolge auf die Umsatzrückgänge infolge der Wirtschaftskrise seit Spätherbst vergangenen Jahres und auf die niedrigeren Umsatzerwartungen der nächsten Jahre. So habe die Automotive-Sparte im ersten Quartal 2009 einen Geschäftsrückgang von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, der sich nun auf einem um 25 Prozent niedrigeren Niveau stabilisiert habe.

Auch die Industriesparte, in der die Schaeffler Gruppe 40 Prozent ihrer Umsätze erzielt, musste im ersten Quartal ein Minus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Zudem liegt den Angaben zufolge die derzeitige Umsatzerwartung für dieses Jahr mit rund 7,5 Milliarden Euro deutlich unter dem Niveau von 2008.

Gesamtbetriebsrat und IG Metall wollen sich „mit allen rechtlichen und gewerkschaftlichen Mitteln“ gegen die geplanten Stellenstreichungen bei dem angeschlagenen Autozulieferer wehren. Der Gesamtbetriebsrat-Vorsitzende Norbert Lenhard kritisierte, der vorgesehene „dramatische Personalabbau“ sei „kein Zukunftskonzept“. Er zerstöre vielmehr die Motivation, vernichte Werte und schade der Zukunft des Unternehmens.

Der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer kritisierte: „Wenn der Unternehmensleitung nichts Dümmeres einfällt, als den Rückgang der Produktion einfach in Arbeitsplätze umzurechnen, dann ist das ein Niveau der Dreisatzrechnungen in der dritten oder vierten Klasse Hauptschule.“ Er erwarte von der Unternehmensleitung eines Weltkonzerns mit insgesamt 66 000 Beschäftigten „klügere und innovative Maßnahmen als diese platten Vorschläge“.

ddp