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Wirtschaft Rolex statt Eigentumswohnung: Luxusuhren werden zur Geldanlage
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17:06 14.02.2020
ARCHIV - 10.01.2007, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Mit weißen Handschuhen werden Uhren der Schweizer Marke Rolex in einem Schaufenster platziert. Einige Luxusuhren sind eine lukrative Geldanlage. Vom 14.02. bis zum 17.02.2020 findet in München die Messe Inhorgenta Munich statt. Foto: picture alliance / dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: picture alliance / dpa
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München

Es gibt Luxusuhren, die nach kürzester Zeit schon das doppelte wert sind - eine Rendite, von der die meisten nur träumen können. Bei Banken und Sparkassen gibt es so gut wie keine Zinsen, für größere Summen müssen Sparer teilweise sogar zahlen. Wer nicht in Aktien oder Gold investieren möchte, steckt sein Geld in Luxusgüter - warum also nicht in Uhren? Der Haken: Nur wenige Modelle bringen wirklich Geld. Ohne Marktkenntnis kann ein Investment schnell in die Hose gehen.

Viele Uhren auf dem Markt werden ihren Wert nicht halten können, sagt Stefan Muser, Inhaber des Auktionshauses Dr. Crott in Mannheim. "Im aktuellen Bereich - das was man so beim Juwelier kaufen kann - gibt es sehr sehr sehr wenige Modelle, bei denen ich ein Wertsteigerungspotenzial sehen würde."

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Nur wenige Modelle gewinnen an Wert

"Man kann es nur schätzen, aber 70 bis 80 Prozent der Uhren, selbst die hochwertigen Uhren aus der Schweiz und Glashütte, sind als Kapitalanlage ungeeignet", sagt auch Michael Brückner, der sich als Autor jahrelang mit Uhren und anderen Luxusgütern auseinandergesetzt hat. Die restlichen 20 bis 30 Prozent seien vor allem bestimmte Marken und Modelle, die in den vergangenen Jahren eine gute Performance erreicht haben.

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Diese wenigen Marken und Modelle gelten als "Blue Chips", erklärt Muser. Dieser Begriff bezeichnet an der Börse die umsatzstarken Schwergewichte mit hohem Marktwert, was dort allerdings auch nicht vor Fehlspekulation schützt.

So teuer wie eine Eigentumswohnung

Allerdings seien solche Uhren nie günstig zu bekommen. "Das heißt im wahrsten Sinne: You get, what you pay for." Die Top-Modelle kosten neu nicht selten so viel wie eine Eigentumswohnung.

Doch es ist gar nicht so einfach, solche Uhren im Fachhandel zu kaufen. Die Modelle seien schlecht zu bekommen und oft auf lange Zeit ausverkauft, sagt Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer Bundesverband der Juweliere (BVJ). "Wir haben hier mit Sicherheit ein Luxusproblem", sagt BVJ-Präsident Stephan Lindner. "Einzelne Anbieter haben Lieferengpässe und jahrelange Lieferzeiten." Der Gedanke, Uhren als Investment zu nutzen, sei da ein ausschlaggebender Faktor.

Von 9000 auf 18.000 Euro in einem Jahr

Schnell landen sie auf eBay und Co - zu einem deutlich höheren Preis. "Es gibt Modelle, die am Markt um ein Vielfaches teurer gehandelt werden als die Listenpreise der Hersteller", erläutert Dünkelmann.

Eine neue Rolex GMT Master II "Pepsi" kostet seit Januar laut Listenpreis 9000 Euro - im Internet wird sie für bis zum doppelten Preis angeboten. Bei anderen Modellen ist es ähnlich. Die "Nautilus" von Patek Philippe ist ebenfalls äußerst beliebt und nach wenigen Jahren das Doppelte wert.

Doch so einfach ist es nicht immer: "Vorauszusehen, ob aus einer Uhr etwas wird oder nicht, das schaffen nicht mal die Vollprofis", sagt Muser. Damit Uhren tatsächlich eine gute Wertanlage sind, braucht man - im wahrsten Sinne - Zeit. Oft vergehen Jahre, oder sogar Jahrzehnte, ehe eine Uhr zu einem Sammlerstück wird.

Auf den Zustand kommt es an

Ob eine alte Uhr wertvoll ist - oder es wird - ist vor allem vom Erhaltungszustand abhängig. Wurde sie zwischendurch gewartet? Ist sie im Originalzustand? Hat sie Kratzer? Bei Uhren ist es laut Muser wie bei einem Oldtimer: "Je originaler der ist - also je weniger daran rumgeschraubt wurde - desto besser wird er sich am Markt halten."

Auch kleine technische Raffinessen, sogenannte Komplikationen wie ein Tagesdatum oder eine Chronographenfunktion, sind bei Sammlern besonders beliebt. "Grundsätzlich gilt: Je mehr Komplikationen eine Uhr hat, desto wertvoller ist sie", erklärt Brückner.

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Bei jeder Luxusuhr - egal ob neu oder Vintage - geht es ums Image. Sie ist immer auch ein "Statement am Handgelenk", davon ist Michael Brückner überzeugt. Dass Uhren auch als Wertanlage gelten, sei da ein praktischer Nebeneffekt: "Manche sagen, dieser Wertsteigerungsgedanke ist eigentlich nur dazu da, das schlechte Gewissen zu kompensieren", sagt Brückner.

Aber zur Wahrheit gehört auch: Als Wertanlage eignen sich aber fast ausschließlich Uhren ohne jeglichen Kratzer. "Wenn Sie ganz streng vorgehen wollen und kaufen Uhren ausschließlich unter dem Aspekt der Geldanlage, dann dürften Sie die eigentlich gar nicht tragen", sagt Brückner.

RND/dpa

Der Artikel "Rolex statt Eigentumswohnung: Luxusuhren werden zur Geldanlage" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.