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Wirtschaft Reeder wollen Tempolimit auf Weltmeeren - und so „Beispielindustrie“ werden
Mehr Welt Wirtschaft Reeder wollen Tempolimit auf Weltmeeren - und so „Beispielindustrie“ werden
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12:55 14.05.2019
Das Expeditionsschiff Hanseatic nature verlässt erstmals , vorbei an der Elbphilharmonie, den Hamburger Hafen. Quelle: imago images / Andre Lenthe
London

Auch in der Schifffahrt ist die Sorge um den um den Klimawandel angekommen. Mehr als 100 Reeder aus der ganzen Welt fordern ein Tempolimit für Schiffe auf den Weltmeeren, wie unter anderem das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Um ihr Anliegen durchzusetzen, wenden sie sich mit einer Petition an die Internationale Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO), die sich aktuell in London berät. Sie erhoffen sich auf diesem Weg, eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes und der Erderwärmung zu erwirken.

Seeschifffahrts-Organisation will Kohlendioxidemissionen bis 2050 zu halbieren

Initiiert hat den Vorstoß, der insgesamt 110 Unterstützer fand, eine griechische Reederin. Auch eine Chinesische Staatsrederei hat sich der Aktion angeschlossen, in Deutschland hat jede zweite Reederei die Petition unterschrieben. Nach dieser soll für alle Schiffstypen ein generelles Tempolimit gelten. Einzige Ausnahme sind die Containerfrachter, für die eine maximale Durchschnittsgeschwindigkeit pro Jahr gefordert wird.

„Es kann keine unterschiedliche Meinung darüber geben, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu einer sofortigen Emissionsreduktion führen würde“, sagt der Hamburger Reeder Nikolaus H. Schües dem „Hamburger Abendblatt“. Das wäre wie bei einem Auto, das anstatt mit Tempo 200 nur mit 130 Kilometern in der Stunde von Hamburg nach München fahre.

Reeder: Schifffahrt könnte zu Beispielindustrie werden

In seiner Funktion als Vizepräsident einer großen Schifffahrtsorganisation möchte Schües Druck auf die IMO machen. Die selbst hat die Zeichen der Zeit erkannt. Nach ihren Angaben kommt es bei der Schifffahrt zu Schadstoffausstößen von eine Milliarde Tonnen Kohlendioxid im Jahr, was in etwa drei Prozent der gesamten Emission des Treibhausgases entspricht. Zuviel, findet die Seeschifffahrts-Organisation - und gibt als Ziel vor, die Kohlendioxidemissionen von Schiffen bis zum Jahr 2050 mindestens zu halbieren.

Die Branche ist über den Vorstoß wegen anfallender Kosten geteilter Meinung, wie das „Hamburger Abendblatt“ weiter schreibt. Durch langsamere Schifffahrten erhöht sich die Transportdauer der Seegüter, was den Betrieben Geld kostet. Dennoch sieht der Schües eine einzigartige Chance. Was die IMO entscheidet, gelte für alle. Es gebe keine Wettbewerbsverzerrungen. Deshalb „könnte die Schifffahrt zu einer Beispielindustrie dafür werden, wie Klimaschutzmaßnahmen global eingeführt werden können“, so der Hamburger Reeder.

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Von ak/RND

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