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Wirtschaft Radikale schicken Deutsche in den Horror Syriens
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21:48 30.03.2014
Von Alexander Dahl
Foto: Symbolbild
Symbolbild Quelle: dpa
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Bremen/Hannover

Wie am Wochenende bekannt wurde, ermittelt die Bremer Staatsanwaltschaft jetzt im Fall von vier Salafisten, die offenbar für Aktivitäten in Syrien gewonnen wurden. Die muslimischen Eltern der vier jungen Männer werfen dem als extremistisch eingestuften „Kultur- und Familienverein“ im Bremer Stadtteil Gröpelingen vor, ihre Söhne angestiftet und radikalisiert zu haben. Auch der Bremer Verfassungsschutz warnt vor dem Verein im Umfeld der Masjidu-I-Furqan-Moschee, der gezielt junge Leute anwerbe und sich „extrem konspirativ“ verhalte.

Deutsche Islamisten, die als Kämpfer nach Syrien reisen, müssen sich nach Erkenntnissen des Bundesamts für Verfassungsschutz dort oft grausamen Aufnahmeritualen unterziehen. Nach einem Bericht des Inlandsgeheimdienstes in Köln, der in der vergangenen Woche den 16 Landesämtern zuging, werden ausländische Kämpfer genötigt, Gefangenen die Kehle durchzuschneiden, um sich als vollwertige Gotteskrieger zu beweisen.

Einige der im syrischen Bürgerkrieg kämpfenden islamistischen Gruppen unterhalten laut Verfassungsschutz „Schlachthäuser“, in denen Gefangene gegnerischer Parteien festgehalten werden. Dort sollen laut „Spiegel“ sogar schon 17- oder 18-Jährige durch grausamste Tötungshandlungen an das Morden gewöhnt werden.

Der Krieg in Syrien zieht seit Längerem Extremisten aus dem Ausland an. Nach Angaben aus US-Sicherheitskreisen sind es bislang 7.000 Kämpfer aus etwa 50 Ländern. Aus Deutschland sollen es bereits rund 300 sein. Die Salafisten aus Deutschland unterstützen in Syrien die Terrormiliz ISIS. Ihr Ziel ist die Errichtung eines grenzüberschreitenden einheitlichen Gottesstaats auf dem Gebiet, wo sich bisher die Staaten Irak, Syrien, Libanon, Jordanien, Palästina und Israel befinden. Die Brutalität, mit der ISIS vorgeht, hat mittlerweile auch zu Kontroversen zwischen verschiedenen Terrorgruppen geführt. Man habe „keine Verbindung“ zu ISIS und trage „für Handlungen dieser Organisation keine Verantwortung“, distanzierte sich jüngst die Terrororganisation Al Qaida via Internetbotschaft.

ISIS ist unter anderem wegen öffentlicher Hinrichtungen von Kritikern ihrer Politik gefürchtet. Die Organisation kontrolliert Teile der erdölreichen Provinz Al-Rakka sowie Gebiete im angrenzenden Irak. Im Fall von Mustafa K. aus dem nordrhein-westfälischen Dinslaken gehen Verfassungsschutzkreise davon aus, dass er an den grausamen „Schlachthausritualen“ beteiligt war. Im Februar war im Internet ein Foto von K. aufgetaucht, auf dem er mit einem Grinsen im Gesicht und zwei abgeschlagenen Köpfen in den Händen posiert. Der Verfassungsschutz spricht von einer wachsenden Gefahr für die innere Sicherheit in Deutschland, wenn derart verrohte Menschen nach Deutschland zurückkehren.

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