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Wirtschaft RWE stellt wegen geplanter Atomsteuer Ziele infrage
Mehr Welt Wirtschaft RWE stellt wegen geplanter Atomsteuer Ziele infrage
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11:31 12.08.2010
RWE-Zentrale in Essen: Im ersten Halbjahr verzeichnet der Konzern deutliche Zuwächse.
RWE-Zentrale in Essen: Im ersten Halbjahr verzeichnet der Konzern deutliche Zuwächse. Quelle: dpa
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Der Energiekonzern RWE stellt wegen der geplanten Atomsteuer seine mittelfristigen Ziele infrage. „Eine solche Steuer würde unsere Ertragskraft erheblich schmälern - und damit auch den finanziellen Spielraum für Investitionen in erneuerbare Energien, CO2-arme Kraftwerke und zukunftsfähige Netze“, sagte Vorstandschef Jürgen Großmann am Donnerstag.

Die Politik stehe im Wort, klare Aussagen zur Zukunft der Kernenergie in Deutschland zu treffen und sie in ein tragfähiges Energiekonzept einzubinden. „Dies ist für unsere langfristig angelegten Investitionen zwingend erforderlich“, sagte Großmann. Eine Brennelementesteuer soll von 2011 bis 2014 jährlich 2,3 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen spülen. RWE rechnet damit, dass die Abgabe die Atombranche mit bis 4 Milliarden Euro brutto pro Jahr belasten wird.

RWE hat im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Dabei profitierte Deutschlands zweitgrößter Energieversorger von der wirtschaftlichen Erholung, aber auch von der Übernahme des niederländischen Konkurrenten Essent.

Der Umsatz lag bei 27,4 Milliarden Euro, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Donnerstag in Essen mitteilte. Das betriebliche Ergebnis verbesserte sich um 21 Prozent auf knapp 5 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis erhöhte sich um 23 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern weiterhin ein Wachstum beim betrieblichen Ergebnis und beim Nettoergebnis von jeweils rund 5 Prozent. Die hohen Wachstumsraten des ersten Halbjahres ließen sich nicht auf das gesamte Geschäftsjahr hochrechnen, hieß es. Das liege unter anderem daran, dass sich im zweiten Halbjahr der positive Konsolidierungseffekt der Essent-Übernahme abschwäche.

dpa, ap

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