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Wirtschaft Quelle hofft Ende der Woche auf Geld
Mehr Welt Wirtschaft Quelle hofft Ende der Woche auf Geld
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18:10 06.07.2009
Quelle hofft auf den staatlichen Notkredit. Quelle: Timm Schamberger /ddp
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Die Vertragsverhandlungen über den Massekredit für den insolventen Fürther Versandhändler ziehen sich hin. Am Montag trafen die Vertreter der beteiligten Banken sowie des vorläufigen Insolvenzverwalters zu einer „Schlussredaktion“ des 700-seitigen Vertragswerks zusammen. Ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters betonte, dass dies angesichts der vielen Beteiligten nichts Ungewöhnliches sei. Ein Sprecher des bayerischen Finanzministeriums forderte ein zügiges Handeln: „Jede weitere Verzögerung fügt dem Unternehmen weiteren Schaden zu.“

Quelle-Sprecher Manfred Gawlas beschrieb die Situation als „sehr belastend“. Die Politik hatte die Insolvenz als eine Chance dargestellt, nun kämpfe man nach knapp vier Wochen immer noch darum, die Zahlungsabwicklung wiederherzustellen. Er fügte hinzu, dass er bereits Mitte der Woche die Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit erwarte.

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Der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters rechnet allerdings damit, dass die Zahlungsfreigaben erst Ende dieser Woche erfolgen. Er sagte, dass die Banken am Dienstag grünes Licht für den Kredit geben könnten, da an diesem Tag üblicherweise die Vorstandssitzungen der Banken stattfänden.

Der Massekredit in Höhe von 50 Millionen Euro soll als Sicherheit für das Bankenkonsortium auf einem Treuhandkonto hinterlegt werden. Zu dem Konsortium gehört die Valovis Bank, die für die Abwicklung der Quelle-Kundenzahlungen zuständig ist. Seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens laufe das sogenannte Factoring nicht, sagte Gawlas. Sobald der Massekredit hinterlegt sei, könnte die Zahlungsabwicklung wiederhergestellt werden. Dann sei Quelle wieder zahlungsfähig und könne die drängendsten Rechnungen begleichen, erläuterte Gawlas.

Die Druckereien hatten Ende vergangener Woche die Auslieferung der neuen Kataloge gestoppt, da sie noch nicht bezahlt wurden. Gawlas betonte, dass es keinen kritischen Zeitpunkt gebe, nach dem eine Auslieferung des Katalogs keinen Sinn mehr mache. Die Verspätung sei „schade“, aber es sei nicht zu spät für das Herbst- oder Wintergeschäft. Außerdem sei der Katalog ein „Symbol“, der Großteil des Quelle-Sortiments sei im Internet verzeichnet, betonte Gawlas. „Es ist wichtig, dass er überhaupt kommen wird.“

ddp