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08:10 19.12.2012
Vertreter der Bank Sal. Oppenheim sitzen im Landgericht Köln. Quelle: dpa
Köln

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz kann sich nur wenig Hoffnung auf Milliardenschadenersatz nach der Pleite des Handelskonzerns Arcandor machen. Das Landgericht Köln hält ihre Argumentation für nicht einleuchtend, wie es bereits zum Auftakt des spektakulären Zivilprozesses gegen ihre ehemalige Hausbank Sal. Oppenheim am Dienstag deutlich machte. Schickedanz wirft der früheren Führungsriege der einst größten europäischen Privatbank vor, ihr Milliardenvermögen gegen ihren Willen riskant angelegt und verschleudert zu haben. Sie verlangt von der Bank, den inzwischen abgetretenen Ex-Bankenchefs und von ihrem Vermögensberater Josef Esch 1,9 Milliarden Euro. Ihre Schadensersatzklage richtet sich insgesamt gegen 14 Beklagte.

Der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl sagte jedoch, es sei „schwerlich plausibel“, dass Schickedanz einerseits immer gegen die Anlage-Entscheidungen ihrer Berater gewesen sei, dies aber andererseits nie deutlich gemacht habe. „Bislang überzeugt uns der Vortrag noch nicht“, sagte Singbartl. Schickedanz - die nicht selbst vor Gericht erschien - hatte sich im großen Stil am Handelskonzern Arcandor, ehemals KarstadtQuelle, beteiligt und auch mittels Darlehen von Sal. Oppenheim immer wieder Geld in das Unternehmen gesteckt. 2009 war der Konzern zusammengebrochen - die heute 69-Jährige verlor praktisch ihr gesamtes Vermögen.

„Frau Schickedanz hat das gemacht, was man ihr vorgelegt hat“, sagte ihr Anwalt Stefan Homann vor Gericht. Sal. Oppenheim habe es versäumt, ihr die Risiken der gewählten Anlageformen deutlich zu machen. Richter Singbartl reagierte darauf mit Verwunderung. Die Grundsätze des Aktienkaufs dürften einer Großanlegerin wie Frau Schickedanz doch wohl deutlich gewesen sein, sagte er. Außerdem habe sie nach der Arcandor-Insolvenz selbst gesagt, sie habe sich persönlich in der Pflicht gesehen - und eben nicht als „Strohfrau“ der Banken. Schickedanz müsse sich darüber im Klaren sein, dass die Beweislast bei ihr als Klägerin liege. Bisher blieben ihre Ausführungen recht allgemein.

Die Anwälte der Beklagten nahmen nach den deutlichen Ausführungen des Gerichts nur noch kurz Stellung. „Der Klägerin lagen alle Informationen vor, die sie haben musste“, sagte einer der Beklagten-Anwälte. Die Schickedanz-Klage solle abgewiesen werden.

Trotz des mit Spannung erwarteten Prozessbeginns bemühen sich beide Seiten auch weiterhin um eine gütliche Beilegung des Milliardenstreits. Man sei nach wie vor im Gespräch, bestätigten die beteiligten Anwälte. Es ist denkbar, dass diese Gespräche nun intensiviert werden, nachdem schon in der Sitzung deutlich wurde, wie das Gericht über den Fall denkt.

Trotz der klaren Worte des Vorsitzenden Richters steht ein Urteil in dem Verfahren noch lange nicht an. Schickedanz' Anwälte haben nun erst einmal bis zum 31. März 2013 Zeit, auf Widerklagen der Gegenseite zu antworten. Einige der 14 Beklagten haben Schickedanz umgekehrt auf insgesamt nahezu eine halbe Milliarde Euro verklagt. Danach entscheidet das Gericht am 4. Juni, ob es in dem Fall Zeugen hören wird. Die Auftaktsitzung dauerte nur eine dreiviertel Stunde.

Sal. Oppenheim war durch das desaströse Arcandor-Geschäft selbst in eine Existenzkrise geraten und 2010 von der Deutschen Bank übernommen worden. Die Führung der ehemals größten europäischen Privatbank wurde komplett ausgewechselt. Die alte Chefriege muss sich Anfang nächsten Jahres in einem Strafprozess wegen besonders schwerer Untreue verantworten. Dieses Verfahren läuft ebenfalls vor dem Landgericht Köln, ist aber unabhängig von der Zivilklage von Madeleine Schickedanz. Ein Ende des Arcandor-Insolvenzverfahrens ist derzeit nicht absehbar.

dpa

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