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Wirtschaft Post und ADAC greifen die Bahn an
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22:43 14.12.2012
Von Lars Ruzic
Etwas komfortabler als dieser MAN-Postbus aus dem Jahr 1954 dürften die neuen Modelle von Post und ADAC wohl werden, die 2014 an den Start gehen sollen. Quelle: Decker
Hannover

Beide Partner hätten bereits ein Konzept ausgearbeitet, das nun in den Gremien des Clubs und der Post diskutiert werde, teilten sie am Freitag mit. Noch in diesem Jahr soll sich ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, an dem jeder die Hälfte halten dürfte, hieß es.

Hintergrund des Vorstoßes ist die erst vor wenigen Wochen von der Bundesregierung beschlossene Liberalisierung des deutschen Fernbusmarktes. Vom kommenden Jahr an dürfen die Fahrzeuge im gesamten Bundesgebiet Ziele ansteuern. Bislang war der Einsatz von Fernbussen nur auf Strecken begrenzt, die nicht mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen waren. Der Deutschen Bahn erwächst durch diese Kooperation ein potenter Gegenspieler – ausgerechnet mit einem Konzern als Partner, an dem ebenfalls der Bund beteiligt ist.

„Die Zeit ist reif für eine preisgünstige, sichere und komfortable Mobilitätsalternative“, sagte Postvorstand Jürgen Gerdes. Sein Unternehmen verfüge schon heute über großes Know-how beim Fuhrparkmanagement und in der
Planung von Transportnetzen – „beste Voraussetzungen also, um im Fernbusmarkt erfolgreich zu sein“. Der ADAC bringe seine Erfahrung bei individueller Mobilität und Tourismus ein, hieß es. Beide Partner zusammen verfügen zudem schon heute über ein dichtes Filialnetz. Künftig sollen die Buskunden ihre Tickets in den Postagenturen und ADAC-Geschäftsstellen kaufen können.

Geplant sei ein dichtes Liniennetz, das ganz Deutschland abdecke, sagte ein ADAC-Sprecher. Dabei sollten keineswegs nur die Metropolen angebunden werden, sondern mindestens die 50 größten Städte. Ähnlich wie bei der Bahn werde es auch Umsteigemöglichkeiten an zentralen Knotenpunkten geben, sagte er, ohne ins Detail gehen zu wollen. Hannover dürfte sich unter diesen Knoten schon deshalb befinden, weil die Stadt an der Kreuzung von Nord-Süd- und West-Ost-Verbindungen liegt. Auch für die Bahn ist die Landeshauptstadt deshalb wichtig: In keiner Stadt halten so viele ICE wie in Hannover.

RuzicBeide Partner sind bewusst schon früh mit ihren Plänen an die Öffentlichkeit gegangen. „Wir wollen den Markt aktiv besetzen“, so der ADAC-Sprecher. Auch andere Anbieter aus dem Ausland schielen derzeit auf den lukrativen deutschen Markt. Gleichzeitig hoffen Konzern und Autoclub darauf, Firmen aus dem Busgewerbe als Subunternehmer zu gewinnen. Nicht alle Verbindungen soll das geplante Gemeinschaftsunternehmen mit eigenem Personal und eigenen Bussen bedienen.

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