Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Porsches
 Absatz bricht ein
Mehr Welt Wirtschaft Porsches
 Absatz bricht ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:11 19.06.2009
Autos der Marke Porsche-Cayenne Quelle: Sebastian Willnow/ddp

An ihm änderte sich auch gestern nicht viel: Die VW-Aktie verlor zwar rund 3 Prozent an Wert, zum befürchteten Absturz kam es aber nicht.

Der mit Spannung erwartete „Hexensabbat“ an der Börse brachte nicht die befürchteten Turbulenzen. Porsche hat umfangreiche Kauf- und Verkaufoptionen auf VW-Aktien ausstehen. Zum Verfallstag zahlreicher Optionsgeschäfte am Freitag hatten manche Experten unkalkulierbare Kursverluste der VW-Aktie befürchtet. Sollte der VW-Kurs deutlich unter 130 Euro sinken, könnte dies nach Expertenschätzung zu einer weiteren Milliardenbelastung für Porsche werden. Doch der Kursrutsch blieb am Freitag aus.

Der beantragte KfW-Kredit über 1,75 Milliarden Euro ist indes weiter unsicher. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ ist eine Absage zu erwarten, was Porsche jedoch dementierte: Man verhandele noch. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte der „Stuttgarter Zeitung“, mit Staatsgeld müsse Porsche nicht geholfen werden. Der Kredit könne höchstens zu üblichen Konditionen vergeben werden – so hat es Porsche allerdings auch ausdrücklich beantragt.

Steinmeier kritisierte „Familienstreitigkeiten zwischen den Piëchs und den Porsches und zwischen den CDU-Ministerpräsidenten Oettinger und Wulff“. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger steht hinter dem Kreditantrag, Christian Wulff hält ihn für überflüssig. Allerdings kann der Niedersachse dem Kredit inzwischen auch Gutes abgewinnen: Bekämen die Stuttgarter das Geld, könnten sie den Notkredit über 700 Millionen Euro zurückzahlen, den ihnen VW vor einigen Wochen geben musste, sagte Wulff im NDR. Eine Tilgung aus laufenden Erträgen dürfte schwierig werden, denn mit dem Verkauf von Sportwagen verdient Porsche immer weniger.

Der operative Gewinn sei gesunken, heißt es im Zwischenbericht für die ersten neun Monate des bis Ende Juli laufenden Geschäftsjahres 2008/09, doch Zahlen werden nicht genannt. Beziehe man die Optionsgeschäfte mit Volkswagen-Aktien ein, habe sich das Ergebnis allerdings deutlich erhöht. Der Absatz brach um knapp 28 Prozent auf 53 635 Fahrzeuge ein. Bei den Einstiegsmodellen Boxster und Cayman ging der Absatz um fast 50 Prozent zurück. Der Umsatz fiel dagegen nur um 15 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro.

Porsches Prognosen sind düster. Die Schwäche ziehe sich durch alle Märkte. Die Situation könne sich in den nächsten Monaten sogar noch verschärfen. Porsche hat ein „rigides Sparprogramm“ aufgelegt, das die Kosten um einen dreistelligen Millionenbetrag senken soll. Die Produktion wird gedrosselt, insgesamt werde es bis zum Ende des Geschäftsjahres am 31. Juli 21 Ausfalltage gegeben haben. Die Mitarbeiterzahl sei bis Ende April aber um 4 Prozent auf 12 685 gestiegen. So seien in Leipzig 200 neue Stellen für die Produktion des Panamera geschaffen worden.

von Klaus Dieter Oehler und Stefan Winter

Die staatliche Förderbank KfW hat sich nach einem Zeitungsbericht gegen einen Kredit an den Sportwagenhersteller Porsche ausgesprochen.

19.06.2009

Der Tarifkonflikt für die bundesweit rund 220 000 Erzieher und Sozialarbeiter im kommunalen Dienst wird sich möglicherweise über den ganzen Sommer ziehen. Nach fünftägigen Verhandlungen wiesen die Gewerkschaften ver.di und Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Freitag in Berlin das Angebot der Arbeitgeber zurück und brachen die Verhandlungen ab.

19.06.2009

Die Wirtschaft in Ostdeutschland wird einer Studie zufolge noch jahrelang hinter dem Westen herhinken. Auch wenn sich die neuen Bundesländer wie bisher weiterentwickelten, erreichten sie bis 2025 nur 75 Prozent der westdeutschen Wirtschaftskraft pro Einwohner.

19.06.2009