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Wirtschaft Plagiatsverdacht gegen Klaus Goehrmann erhärtet sich
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21:17 23.01.2013
Von Juliane Kaune
Die TU Clausthal hat mitgeteilt, dass sich die Plagiatsvorwürfe gegen Klaus Goehrmann bestätigt haben. Quelle: Surrey (Archiv)
Hannover

Dem früheren Messe-Chef Klaus E. Goehrmann droht der Entzug eines seiner Doktortitel. Die TU Clausthal hat seine Promotionsarbeit von 2009 zwei Monate unter die Lupe genommen und am Mittwoch festgestellt: „Die öffentlich gemachten Plagiatsvorwürfe haben sich bestätigt.“ Nun muss die Fakultät Mathematik/Informatik und Maschinenbau in Clausthal entscheiden, ob die Vorwürfe so schwer wiegen, dass der Titel aberkannt wird. Insider rechnen damit, nachdem die Kommission relativ schnell zu ihrem Ergebnis gekommen ist. Auch die hannoversche Leibniz- Uni erwägt Konsequenzen, sollte Goehrmann der Doktortitel aberkannt werden – er ist dort Honorarprofessor und Ehrensenator.

Marketingexperte Goehrmann nutzte sein Amt als Kuratoriumsvorsitzender des Laser Zentrums Hannover (LZH), um nach dem Ende der aktiven Laufbahn noch „Dr.-Ing.“ zu werden. Er verglich zwei Laserverfahren, übernahm selbst aber nur den kaufmännischen Teil. Die technischen Grundlagen lieferte eine bis dahin unveröffentlichte Forschungsarbeit zweier LZH-Forscher, die als Quelle in der Doktorarbeit aber nicht genannt wird. Sie wurde wenige Monate nach der Dissertation 2010 veröffentlicht, im November 2012 fanden Plagiatsjäger dieses Basismaterial auf jeder zweiten Seite der Doktorarbeit.

Aus den Fakten macht Goehrmann keinen Hehl, er habe sich eben „zuarbeiten“ lassen, „das wussten alle“. Gemeint sind vor allem die beiden Betreuer des späten Doktoranden, der LZH-Mitgründer Prof. Heinz Haferkamp und der Clausthaler Professor und LZH-Vorstand Volker Wesling, der dieses Amt derzeit ruhen lässt. Die Forschungsarbeit sei für ihn erstellt worden, von Veröffentlichung sei keine Rede gewesen, berichtet Goehrmann: „Ich habe guten Glaubens gehandelt – ich habe gedacht, das ist nur für mich.“ Nach seiner Lesart kann es sich deshalb nicht um ein Plagiat oder um Täuschung handeln. Goehrmann wird eingeladen, wenn der Fakultätsrat der Uni Clausthal demnächst über die Einleitung eines Aberkennungsverfahrens berät. LZH und Clausthaler Uni haben nach eigenen Angaben keine vergleichbaren Verdachtsfälle unter ihren Dissertationen gefunden.

Leibniz-Uni reagiert

Sollte der Doktortitel aberkannt werden, wird das nach den Worten des hannoverschen Uni-Präsidenten Prof. Erich Barke auch die beiden Ehrentitel der Leibniz-Uni betreffen, die Goehrmann führt. Honorarprofessor ist er dort bereits seit den neunziger Jahren. Diesen Titel, der dem eines ordentlich habilitierten Professors nicht vergleichbar ist, führt er, weil er an der Uni bis 1998 Vorlesungen gehalten hat. Ebenfalls seit Anfang der neunziger Jahre ist Goehrmann Ehrensenator Uni; dieser Titel wird an ausgewählte Personen verliehen, die sich um die Hochschule und die Allgemeinheit verdient gemacht haben. „Unser Senat wird über eine Aberkennung beider Ehrentitel diskutieren, wenn Herrn Goehrmann der Doktortitel aberkannt wird“, sagte Barke.

Stefan Winter und Juliane Kaune

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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