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Wirtschaft Pierer zahlt fünf Millionen Schadensersatz an Siemens
Mehr Welt Wirtschaft Pierer zahlt fünf Millionen Schadensersatz an Siemens
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17:32 02.12.2009
Der frühere Siemens-Vorstandschefs Heinrich von Pierer. Quelle: ddp
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Mit von Pierer und Kleinfeld seien Einigungen über Vergleichsvereinbarungen getroffen worden, teilte Siemens in München mit. Wie ein Konzernsprecher sagte, wird von Pierer fünf Millionen Euro und Kleinfeld zwei Millionen Euro zahlen. Der Vergleich mit von Pierer kam überraschend, da dieser eine Zahlung bisher kategorisch ausgeschlossen hatte.

Siemens hatte aber gedroht, den langjährigen Konzernchef zu verklagen, falls dieser nicht Schadenersatz zahle. Den Konzern kostete der Skandal um ein zum Ergattern von Aufträgen angelegtes, weit verzweigtes System schwarzer Kassen nach eigenen Angaben über zwei Milliarden Euro. Mit den nun erzielten Einigungen mit Vorstandsmitgliedern holt sich Siemens von diesen 19,5 Millionen Euro und damit weniger als ein Prozent der Schadenssumme wieder. Neben von Pierer, der zuletzt im Konzern Aufsichtsratchef war, und Kleinfeld schloss das Unternehmen auch Vergleiche mit den früheren Vorständen Uriel Sharef, Johannes Feldmayer und Jürgen Radomski sowie dem früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Karl Hermann Baumann. Nach den Worten des Siemens-Sprechers zahlt Sharef vier Millionen Euro, Feldmayer und Radomski drei Millionen Euro und Baumann eine Million Euro.

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Bereits zuvor hatte sich das Unternehmen mit den ehemaligen Vorständen Edward G. Krubasik, Rudi Lamprecht und Klaus Wucherer geeinigt, die jeweils 500.000 Euro zahlen müssen. Die Hauptversammlung am 26. Januar muss die Vergleiche abschließend entscheiden.

Keine Einigung wurde laut Siemens mit den früheren Vorständen Thomas Ganswindt und Heinz-Joachim Neubürger erzielt. Gegen diese laufen allerdings auch noch strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München. Der Siemens-Aufsichtsrat hatte bereits im September beschlossen, alle Vorstände zu verklagen, die sich nicht zu einem Vergleich bereit erklären.

afp