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Wirtschaft Pelikan will Synergien ausloten
Mehr Welt Wirtschaft Pelikan will Synergien ausloten
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11:31 15.01.2010
Von Lars Ruzic
Quelle: Handout
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Der Schreibwaren- und Bürobedarfspezialist Pelikan will sich nach dem Kauf von Herlitz auf die Suche nach Doppelzuständigkeiten und Einsparpotenzialen machen. Wie aus der Angebotsunterlage zum Übernahmeangebot hervorgeht, erwartet der Konzern in nahezu allen Bereichen von der Produktion über Einkauf, Marketing und Entwicklung bis zur Verwaltung Synergiepotenziale. „Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass es in Folge einer Rationalisierung der Geschäftstätigkeiten ... zu Umstrukturierungen im Personalbereich kommen könnte“, heißt es in dem Papier, das sich an potenzielle Verkäufer von Herlitz-Aktien wendet.

Bereits im November hatte sich der inzwischen von Malaysia aus gesteuerte Traditionskonzern zwei Drittel der Herlitz-Anteile gesichert. Seit Wochenbeginn läuft nun die Annahmefrist für die verbliebenen freien Aktionäre des Berliner Schreibwarenkonzerns. Pelikan bietet 1,90 Euro pro Herlitz-Aktie und will die Übernahme nur vollziehen, wenn dem Konzern mindestens 75 Prozent der Anteile angedient wurden. Zunächst haben die Herlitz-Aktionäre bis Ende März Zeit, die Offerte anzunehmen.

Zusammen kommen beide Konzerne künftig auf 4500 Mitarbeiter und einen Umsatz von fast 600 Millionen Euro. Konzernchef und Großaktionär Loo Hooi Keat hat unlängst in einem Interview die Milliarde als Umsatzziel für 2012 ausgerufen. Die Fusion werde Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Partner verbessern und damit die Gesamtprofitabilität erhöhen, heißt es in der Angebotsunterlage. Darüber hinaus will sich im Konzern derzeit niemand zu dem Thema äußern. Bis zur Genehmigung durch die Kartellbehörden und dem Vollzug der Übernahme gilt die übliche Stillhaltevorgabe.

Am Gründungssitz in Hannover, heute Europa- und Deutschlandzentrale des Konzerns, sowie im wichtigsten Werk in Vöhrum bei Peine beschäftigt Pelikan rund 500 Mitarbeiter. Wie ihre Zukunft in dem neuen Verbund aussieht, ist heute noch unklar. Es gebe „keine Absichten, die den Sitz oder Unternehmensstandorte der Pelikan-Gruppe“ oder „die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen ... beeinträchtigen könnten“, heißt es dazu in der Angebotsunterlage.

Wie berichtet, verlieren allerdings rund 100 Beschäftigte eines Logistikdienstleisters in Hannover durch den Zukauf ihren Job. Pelikan hat dem Unternehmen gekündigt, weil der Konzern mit Herlitz auch ein modernes Logistikzentrum bei Berlin übernimmt.

Das von Hannover aus gesteuerte Deutschlandgeschäft – immer noch Kern des Konzerns – hat das Krisenjahr 2009 indes „relativ gut überstanden“, sagte der zuständige Manager Arno Telkämper. Die Umsätze seien nahezu stabil geblieben. Für 2010 rechnet man im Kerngeschäft mit einem Plus von 2,5 Prozent.