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Wirtschaft Pelikan soll unter das Herlitz-Dach
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21:12 13.07.2014
Von Lars Ruzic
Der Name der neuen Branchengröße steht noch nicht fest, er dürfte künftig aber auf jeden Fall die Marke Pelikan enthalten, hieß es aus dem Unternehmen. Ende September soll die Transaktion abgeschlossen sein. Quelle: dpa
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Hannover

Der Name der neuen Branchengröße steht noch nicht fest, er dürfte künftig aber auf jeden Fall die Marke Pelikan enthalten, hieß es aus dem Unternehmen. Ende September soll die Transaktion abgeschlossen sein.

Die malaysische Pelikan International Corporation Berhad (PICB) des Unternehmers Hooi Keat Loo plant dafür ein kompliziertes Aktiengeschäft. Diverse Landesgesellschaften von Pelikan - darunter auch die in Hannover ansässige deutsche - sollen von einer Schweizer Zwischenholding an Herlitz verkauft werden. Das Berliner Unternehmen soll dafür 266 Millionen Euro an die Schweizer zahlen - in Aktien. Für PICB wäre das lediglich ein Geschäft, bei dem die Werte von der linken in die rechte Tasche wandern, denn die malaysische Mutter hält an der Schweizer Zwischenholding 96,5 und an Herlitz gut 71 Prozent.

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Anschließend jedoch will PICB über eine Kapitalerhöhung auch fremde Investoren ins Unternehmen holen. Der eigene Anteil könne so auf gut 64 Prozent sinken, berichtete die Gesellschaft in einer Börsenmitteilung. Da sowohl Pelikan wie auch Herlitz in Deutschland starke Marken seien, werde man hier zu Lande am ehesten Investoren finden, heißt es. „Es geht auch darum, die Börsennotierung der Marke Pelikan zurück nach Deutschland zu bringen“, schreibt PICB dazu im Börsenprospekt.

Operativ arbeiten Pelikan und Herlitz schon seit März zusammen. „Darauf hat diese Transaktion keinen direkten Einfluss“, sagte Deutschlandchef Torsten Jahn der HAZ. Derzeit befinde man sich in Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern über „Personalveränderungen“, berichtete er. „Wir haben ja viele Funktionen zweimal, das können wir uns nicht leisten.“ Klar sei aber, dass sowohl der Herlitz-Sitz als auch die hannoversche Vertriebszentrale erhalten blieben. Man müsse sehen, welcher Standort in Zukunft welche Aufgaben übernehme. Schon vor gut zwei Jahren hatte Pelikan 100 Jobs gestrichen, als unter anderem die Tochter Geha komplett in Hannover integriert wurde. So hart würden die Einschnitte diesmal wohl nicht sein, meinte Jahn.

In Hannover, wo Pelikan 1838 gegründet wurde, arbeiten heute noch rund 140 Menschen für das Unternehmen, weitere 235 sind es in Peine-Vöhrum, wo vom Radiergummi bis zum Edel-Füller das Gros der Pelikan-Produkte gefertigt wird. Im Herlitz-Logistikzentrum Falkensee bei Berlin sind fast 1000 Menschen beschäftigt. Es sorgt auch für die Verteilung der Pelikan-Waren. Jahn muss die beiden Töchter auf Profitabilität trimmen, sie schreiben seit Jahren Verluste. Im vergangenen Jahr war der Konzernumsatz von PICB um 10 Prozent auf umgerechnet 333 Millionen Euro gefallen - bei einem Minus von 3 Millionen Euro. Etwa die Hälfte der Erlöse entfallen auf das deutsche Geschäft.

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