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Wirtschaft Paketboom geht weiter: In Deutschland sind jährlich 3,5 Milliarden Sendungen unterwegs
Mehr Welt Wirtschaft Paketboom geht weiter: In Deutschland sind jährlich 3,5 Milliarden Sendungen unterwegs
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14:23 26.06.2019
In Deutschland werden immer mehr Pakete verschickt. Quelle: dpa
Berlin

Der Paketboom hat sich in Deutschland auch im vergangenen Jahr fortgesetzt. Es seien 3,52 Milliarden Sendungen verschickt worden und damit fast fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte der Bundesverband Paket & Expresslogistik (BIEK) am Mittwoch in Berlin mit. Treiber war der private Konsum, in erster Linie also Bestellungen im Internet. Verglichen mit dem Jahr 2017 hat der Aufschwung allerdings etwas nachgelassen. Damals hatte der Zuwachs 6,1 Prozent betragen.

In der Statistik geht es vor allem um Pakete, aber auch um Express- und Kuriersendungen. Die Branche hat hierzulande den Angaben zufolge 238 000 Mitarbeiter. Mit großem Abstand Marktführer ist die Deutsche Post DHL.

Trotz der zunehmenden Paketflut gehen Wissenschaftler aber davon aus, dass in den Innenstädten künftig weniger Transporter den Verkehr behindern. Der Logistikforscher Frank Straube verweist auf zahlreiche Experimente, die Abhilfe schaffen sollen. „Es gibt in Deutschland fast 60 Testgebiete, in denen unterschiedliche Technologien und Prozesse ausprobiert werden, um die E-Commerce-Flut zu beherrschen“, sagte der Leiter des Fachgebiets Logistik an der TU Berlin der Deutschen Presse-Agentur.

„Mehr als die Hälfte davon zeigt gute Ergebnisse.“ Viele der Tests liefen im kommenden Jahr aus und könnten dann in der Fläche angewendet werden. Er sei zuversichtlich, dass sich die Herausforderungen so in den Griff kriegen ließen, sagte Straube.

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In den Innenstädten sorgt die steigende Zahl von Transportfahrzeugen für Unmut. Weil die Infrastruktur nicht auf die Versandmassen ausgelegt ist, parken die Fahrer häufig in der zweiten Reihe und blockieren Radwege und Fahrspuren.

Weil Zusteller in derselben Zeit immer mehr Pakete ausliefern müssen, kommt es immer wieder auch zu Konflikten. Mehr als 12 500 Beschwerden im Postbereich gingen im vergangenen Jahr bei der Bundesnetzagentur ein, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, sei eine enge Abstimmung zwischen Zustellern, lokaler Politik und Anwohnern wichtig, betonte Straube. Zu den Innovationen, die derzeit getestet werden, gehören Mikro-Depots in der Stadt, von denen aus die Pakete etwa mit elektrischen Lastenrädern zugestellt werden können. Auch die Zusammenarbeit mit dem Öffentlichen Nahverkehr sei eine Option, sagte Straube.

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Von RND/dpa