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Wirtschaft Osteueropäer zeigen wenig Interesse an Jobs in Niedersachsen
Mehr Welt Wirtschaft Osteueropäer zeigen wenig Interesse an Jobs in Niedersachsen
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09:12 18.05.2011
An Fachkräften mangelt es vielen Betrieben trotz der Freizügigkeitsregelung. Quelle: dpa
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Rund zwei Wochen nach Inkrafttreten der europäischen Freizügigkeitsregelung hält sich die Nachfrage osteuropäischer Arbeitnehmer nach Jobs in Niedersachsen in Grenzen. So verzeichnete etwa der Sprecher des Arbeitgeberverbandes Niedersachsen Metall, Werner Fricke, bislang keine merklichen Unterschiede. Die Freizügigkeit werde das deutsche Fachkräfteproblem bei weitem nicht lösen, sagte Fricke zudem. „Zwar brauchen unsere Unternehmen gut ausgebildete Fachkräfte - die sind aber auch im Ausland begehrt.“

Die Nachfrage deutscher Unternehmen sei bislang noch verhalten, sagte der Sprecher der Agentur für Arbeit in Hannover, Michael Köster. Es gebe nur einige wenige Vermittlungsanträge. Die Betriebe befänden sich in einer Art „Orientierungsphase“.

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Firmen wie Continental oder VW bestätigen diese Einschätzung. „Die Freizügigkeit ist bisher kein Thema für uns“, sagte VW-Nutzwagen-Sprecher Volker Seitz. „Unsere Stammbelegschaft bleibt stabil - wenn wir freie Stellen haben, decken wir unseren Bedarf über Zeitarbeiter unserer Tochtergesellschaft Autovision.“ Und auch dort gebe es keine „signifikante Steigerung von Bewerbern aus Osteuropa“, sagte eine Sprecherin von Autovision in Wolfsburg.

Lediglich rund zehn Bewerbungen für metallverarbeitende Bereiche vor allem aus Polen erreichten seit Anfang Mai die Zeitarbeitsfirma Dis AG, die zu dem nach eigenen Angaben weltweit größten Personaldienstleistungsunternehmen Adecco gehört. „Wir haben Anfragen von Industriemechanikern oder Schweißern“, sagte Gabriele Wolf aus der Abteilung für Industrie. Die größte Barriere sei jedoch die Sprache: „Wenn es im Betrieb keinen polnisch sprechenden Vorarbeiter gibt, würde die Zusammenarbeit schlecht funktionieren.“

dpa

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