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Wirtschaft Opel und Arbeitnehmer einig über Sanierung
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10:13 21.05.2010
Ist der Sanierungsplan ein großer Schritt zur Opel-Rettung?
Ist der Sanierungsplan ein großer Schritt zur Opel-Rettung? Quelle: ap (Archiv)
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Opel und die Arbeitnehmer sind sich einig über einen Sanierungsplan geworden: Im Gespräch war ein Gesamtbeitrag der Beschäftigten von jährlich 265 Millionen Euro bis 2014. Das Übereinkommen ist eine Voraussetzung für staatliche Hilfen an das Tochterunternehmen des US-Konzerns General Motors (GM).

Die Arbeitnehmer verzichten voraussichtlich auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Im Gegenzug soll Opel von einer GmbH in eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts umgewandelt werden.

Opel benötigt öffentliche Kredite und Bürgschaften von etwa 1,8 Milliarden Euro. Mehr als eine Milliarde Euro soll aus Deutschland kommen. Die Hilfe ist in Berlin heftig umstritten. Das Unternehmen will 8300 der 48.000 Arbeitsplätze in Europa streichen und die Kapazität um 20 Prozent kürzen.

„Focus“: Opel-Chef erneuert Forderung nach Staatshilfen

Opel-Chef Nick Reilly hat die Forderung seines Unternehmens nach Staatshilfen einem Bericht zufolge in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erneuert. Er betonte dabei, Opel benötige das Geld für einen Unternehmensumbau, auch wenn die Konzernmutter General Motors (GM) im ersten Quartal dieses Jahres erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben habe, wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ am Freitag vorab berichtete. GM hatte kürzlich einen Gewinn 865 Millionen Dollar (700 Millionen Euro) für den Zeitraum von Januar bis März 2010 vermeldet. Dies hatte zu Kritik daran geführt, dass GM für die Sanierung von Opel weiter Staatshilfen verlangt.

Laut „Focus“ schrieb Reilly in seinem Brief an Brüderle, GM weise für das erste Quartal 2010 zwar „eine Liquidität von 35,7 Milliarden Dollar“ aus. „Da diese Mittel zur Finanzierung des außereuropäischen Geschäfts und der laufenden Restrukturierung in Nordamerika sind“, reduziere sich damit nicht die von Deutschland beantragte Bürgschaft. Reilly betonte demnach, das „gute erste Quartal für GM zeige „deutlich, wie schnell eine Rückkehr zur Profitabilität und die Generierung eines positiven Cashflows möglich ist, sofern der Restrukturierungsplan langfristig durchfinanziert und umgesetzt werden kann.“

GM strebt bei der Sanierung von Opel Bürgschaften des Bundes und der Länder mit Opel-Standorten an. Aus Deutschland erhofft sich der US-Konzern etwa 1,3 Milliarden Euro. Von allen europäischen Staaten mit Opel-Standorten zusammen verspricht sich der US-Konzern 1,8 Milliarden Euro. GM selbst will rund 1,9 Milliarden Euro aufbringen.

dpa/afp