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Wirtschaft Opel sieht Knackpunkte der Übernahme durch Magna geklärt
Mehr Welt Wirtschaft Opel sieht Knackpunkte der Übernahme durch Magna geklärt
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18:17 09.06.2009
Für Opel sind die Knackpunkte einer Übernahme durch den österreichisch-kanadischen Automobilzulieferer Magna offenbar geklärt. Quelle: Theo Heimann/ddp

„Die Frage der Patente ist abgefrühstückt“, sagte der Opel-Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Dienstag in Rüsselsheim. Laut Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) gibt es „nicht den geringsten Grund anzunehmen, dass es nicht zu einer Einigung kommt“. Unterdessen Magna plant anscheinend schon 2011, Opel wieder in die schwarzen Zahlen zu führen.

Koch sagte nach dem Treffen, dass man noch nicht am Ende der Wegstrecke sei. „Die Frage der Marktzugänge ist mehr oder weniger geklärt“, sagt er. Gleiches gelte für die Pensionslasten, die sich laut Medienberichten auf 4,5 Milliarden Euro belaufen.

Mit Blick auf die Medienberichte der vergangenen Tage warnte der Ministerpräsident vor einem Imageschaden für Opel. Fragen wie Pensionslasten, Lizenzgebühren oder Höhe des Eigenkapitals seien den Beteiligten vorher bekannt gewesen. „Das alles steht im ’Memorandum of Understandig’“, betonte er. Mit diesen Themen habe man sich im Kanzleramt stundenlang beschäftigt. Sie seien einem neuen europäischen Automobilkonzern mit Zentrale in Rüsselsheim „sehr viel näher“ gekommen. „Das werden wir uns nicht kaputtreden lassen“, fügte der Ministerpräsident hinzu.

Auch Betriebsratschef Klaus Franz kritisierte, dass „Unwahrheiten und Halbwahrheiten“ über Opel verbreitet würden. „Alles, was in der Suppenküche brodelt, ist geklärt“, betonte Franz. Es gebe von „interessierten Kreisen“ offenbar ein Interesse daran, dem Unternehmen Opel zu schaden.

„Unser Geschäftsplan sieht bereits für 2011 ein deutlich positives, operatives Ergebnis (EBIT) vor“, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires unter Berufung auf ein Magna-Dokument an den Bundestag berichtet. D4er Opel-Aufsichtsratsvorsitzende und Präsident der Europasparte des Mutterkonzerns General Motors (GM), Carl-Peter Forster, hatte zuletzt gesagt, er wolle mit Opel schon vor 2013 wieder Gewinne zu erwirtschaften.

Um das operative Ergebnis von Opel bis 2014 um 3,3 Milliarden Dollar zu verbessern, will Magna dem Papier zufolge vor allem die Modelle aufwerten sowie mehr Fahrzeuge verkaufen. Dazu setzt Magna auch auf ein neues Modell, dass kleiner sein soll als der Opel Corsa.

Für das langfristige Wachstum setzt Magna den Angaben zufolge vor allem auf den russischen Markt. Magna sehe in der Region langfristig „einen der interessantesten Wachstumsmärkte“, hieß es in dem Dokument. Daher setze man dort auch auf die in Russland überaus erfolgreiche GM-Marke Chevrolet. „Unser derzeitiges Konzept sieht vor, dass NewOpel bis auf weiteres das Exklusivrecht haben wird, die Marke Chevrolet in Russland zu produzieren und zu vertreiben“, zitiert Dow Jones aus dem Dokument.

Um die Präsenz in Russland zu verstärken, baut Magna dem Dokument zufolge zudem auf die 126 Händler des russischen Partners GAZ. Darüber hinaus sollen die insgesamt fünf Werke von GAZ und GM in St. Petersburg, Nizhny Novgorod, Kaliningrad, Togliatti und Asaka in Usbekistan im Verbund mit Opel deutlich ausgebaut werden.

Die Partner sollen dann 2014 nach Magna-Schätzungen 550 000 Neuwagen in Russland verkaufen, davon 200 000 Opel und 350 000 Chevrolet. Theoretisch könnten in den Werken den Planungen zufolge jedoch 700 000 Autos im Jahr von den Bändern laufen. Magna peilt einen Marktanteil von 22 Prozent in Russland an.

ddp

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