Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wirtschaft Opel macht seit 2003 nur noch Verlust
Mehr Welt Wirtschaft Opel macht seit 2003 nur noch Verlust
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:54 20.07.2009
Von 2003 bis 2007 summiert sich das Minus von Opel auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Quelle: Foto: Kaveh Rostamkhani/AFP
Anzeige

Das wurde am heutigen Montag aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP im Bundestag bekannt. Bis zum Abend konnten die Interessenten für Opel ihre Angebote beim Mutterkonzern General Motors (GM) einreichen.

Die Adam Opel GmbH konnte in den vergangenen zehn Jahren einzig 2001 einen Gewinn von 386 Millionen Euro und 2002 einen Gewinn von rund 1,6 Milliarden Euro einfahren, heißt es in der Antwort der Bundesregierung an die FDP vom vergangenen Donnerstag. 1999 und 2000 habe das Unternehmen ebenfalls rote Zahlen geschrieben. Für 2008 liegen demnach noch keine Angaben vor. Die Bundesregierung beruft sich auf die Jahresabschlüsse der Adam Opel GmbH.

Anzeige

Opel bekommt von der Regierung und den Bundesländern mit Opel-Standort einen staatlichen Kredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro, um den Betrieb in den kommenden Monaten zu gewährleisten. Für bis zu drei Milliarden Euro Kredit will Deutschland bürgen. Die Regierung erwartet, dass der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna und der Finanzinvestor RHJ International (RHJI) bis zum Nachmittag Angebote für Opel einreichen, wie Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte. Es sei noch nicht absehbar, ob auch der chinesische Autobauer BAIC dabei sein wird.

GM und die Bundesregierung wollen die Angebote in den kommenden Tagen prüfen. Wichtig sei, dass die Angebote vergleichbar seien, sagte Wilhelm der „Financial Times Deutschland“. Die Regierung müsse die unterschiedlichen Konstruktionen etwa hinsichtlich der Finanzierung bewerten können. Nordrhein-Westfalens Regierungssprecher Hans-Dieter Wichter sagte AFP, die Landesregierung hoffe, dass noch in dieser Woche eine Entscheidung gefällt werde. Diese werde von der Bundesregierung und den beteiligten Landesregierungen gemeinsam getroffen.

RHJI verlange 700 Millionen Euro weniger Staatsgarantien als Magna, zitierte die „Rheinische Post“ (Montagsausgabe) aus dem Konzept des Investors. Zudem garantiere das Unternehmen die komplette Rückzahlung der angebotenen Unterstützungsgelder bis 2014 und verzichte bis dahin auch auf Dividenden. Dem Bericht zufolge will RHJI europaweit 8100 Opel-Arbeitsplätze sozialverträglich abbauen, davon 2200 in Bochum und 1400 in Rüsselsheim.

Magna bestehe darauf, mit der Übernahme von Opel auch die Patentrechte von der Mutter GM für Opel zu bekommen, berichtete die russische Zeitung „Kommersant“ (Montagsausgabe). Ansonsten werde Magna die Verhandlungen abbrechen. Zudem wolle der Zulieferer Opel-Autos unter einer eigenen Marke verkaufen. Magnas Partner bei der geplanten Opel-Übernahme ist die russische Sberbank.

AFP