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Wirtschaft Obama und Merkel verneigen sich in Buchenwald vor NS-Opfern
Mehr Welt Wirtschaft Obama und Merkel verneigen sich in Buchenwald vor NS-Opfern
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08:04 06.06.2009
US-Präsident Barrack Obama ist zu Staatsbesuch in Deutschland. Quelle: afp

"Dieser Ort lehrt uns, dass wir stets wachsam bleiben müssen, damit sich das Böse nicht verbreitet", sagte Obama. In Dresden würdigte er das heutige Deutschland als Beispiel für Versöhnung, Vergebung und Hoffnung. Als letzte Station seines Deutschland-Besuches besuchte Obama verwundete US-Soldaten im Militärhospital Landstuhl, am Abend traf der US-Präsident in Frankreich ein.

In Buchenwald legten Merkel und Obama weiße Rosen am Denkmal für die Häftlinge des KZ nieder. "Ich verneige mich vor allen Opfern", sagte die Kanzlerin. Es sei Teil deutscher Staatsräson, die Erinnerung an den Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus für immer wachzuhalten. Es sei der "unbedingte Wille" der Deutschen alles zu tun, "dass so etwas nie wieder geschieht".

Obama, der zum ersten Mal ein ehemaliges Konzentrationslager mit eigenen Augen sah, sagte: "Was ich hier gesehen habe, werde ich nicht vergessen." Er sprach den Deutschen seine Anerkennung für ihren Entschluss aus Wache zu halten, damit sich der Völkermord nicht wiederholen kann.

Der Holocaust-Überlebende Elie Wiesel sagte nach dem Rundgang durch die Gedenkstätte: "Mr. President, wir setzen so große Hoffnungen in Sie." Jeder Krieg sei absurd und sinnlos, sagte der Friedensnobelpreisträger, der von den US-Truppen im April 1945 aus Buchenwald befreit wurde. Er würdigte Merkel er als Regierungschefin von großem Mut und Entschlossenheit.

Dresden sei eine "schöne Stadt voller Hoffnung", sagte der US-Präsident in der sächsischen Landeshauptstadt, wo er unter anderem die wiederaufgebaute Frauenkirche besichtigte.

Der US-Präsident nannte Buchenwald "die ultimative Zurechtweisung" aller Holocaust-Leugner. Er unterstrich die "starken und dauerhaften Bande" zwischen Israel und den USA. Zugleich bekräftigte er seinen Aufruf von Kairo, den Nahost-Friedensprozess wieder aufzunehmen.

Deutschland sei für die USA "ein enger Freund und entscheidender Partner", sagte Obama nach seinem Vier-Augengespräch mit Merkel in Dresden. Die Kanzlerin versprach alles ihr mögliche zu tun, um den Prozess in Richtung einer Zwei-Staaten-Lösung konstruktiv zu begleiten. In der Debatte über die Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen gab es bei dem Treffen zwischen Obama und Merkel keine Annäherung. Trotz der Differenzen beim Thema Guantanamo wies Obama Spekulationen zurück, sein Verhältnis zu Merkel sei schwierig. In Dresden bezeichnete er sie als Freundin.

Obama landete am frühen Abend auf dem US-Stützpunkt Ramstein in der Pfalz. Im nahegelegenen Landstuhl werden US-Soldaten versorgt, die in Afghanistan und im Irak verwundet wurden. Nach der Visite reiste er weiter nach Frankreich, wo er am Samstag an den Feierlichkeiten zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie teilnimmt.

Der US-Präsident wurde am Pariser Flughafen Orly von Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner begrüßt. Obamas Frau Michelle sowie seine Töchter Malia und Sasha waren zuvor mit einem anderen Flugzeug in Frankreich eingetroffen und hatten in Paris bereits einen Ausflug zum Eiffel-Turm gemacht. Die Familie sollte die Nacht in der US-Botschaft in Paris verbringen.

afp

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