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Wirtschaft Obama ernennt US-Zentralbankchef Bernanke für zweite Amtszeit
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16:45 25.08.2009
US-Präsident Barack Obama (r.) ernennt US-Zentralbankchef Ben Bernanke für zweite Amtszeit. Quelle: Jewel Samad/afp (Archiv)
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Der US-Notenbankchef gilt aufgrund seiner Unabhängigkeit von Regierung und Kongress als mächtiger Spieler in der Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Bernanke habe die Fed durch „eine der schwersten Finanzkrisen geführt, die diese Nation und die Welt je erlebt haben“, sagte Obama an seinem Urlaubsort Oak Bluffs auf der Insel Martha’s Vineyard. Der Präsident lobte, Bernanke sei als Experte für die Wirtschaftskrise in den 30er Jahren sowie mit seinem Temperament, Mut und Kreativität der ideale Mann, um die Erholung der Wirtschaft zu unterstützen.

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Der heute 56-jährige Bernanke war 2005 von Obamas Amtsvorgänger George W. Bush zum Chef der US-Notenbank Fed ernannt worden. Zuvor hatte Alan Greenspan 18 Jahre lang die Zentralbank geführt. Die erste Amtszeit Bernankes läuft im Januar 2010 aus.

Der Fed-Chef spielte seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung der Märkte. Wegen seiner weitreichenden, teils unorthodoxen Methoden zur Rettung des Bankensektors und der Neuausrichtung der Finanzindustrie genießt er an der Wall Street breite Unterstützung.

Die Verlängerung der Amtszeit durch Obama zeigt, wie sehr es Bernanke gelungen ist, das Vertrauen des US-Präsidenten zu erlangen. Ursprünglich war diesem nachgesagt worden, er wolle sich von Bernanke möglichst bald trennen. Der zweiten Amtszeit muss nun noch der US-Senat zustimmen, wo vor allem die Republikaner scharfe Kritik an Bernanke üben dürften. Viele Senatoren werfen dem Fed-Chef vor, mit seiner Hilfe für angeschlagene Banken die Prinzipien der Marktwirtschaft aufgegeben zu haben.

Die US-Zentralbank gilt trotz der Ernennung des Bankenchefs durch den US-Präsidenten und der notwendigen Zustimmung durch den Senat als weitgehend unabhängig. Sie kann ohne Zustimmung von Regierung und Kongress in kürzester Zeit Milliarden Dollar freigeben.

afp