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Wirtschaft Nordzucker will groß in Sambia investieren
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21:19 16.03.2014
Von Carola Böse-Fischer
Foto: Will in Afrika 300 Millionen Euro investieren: Der Braunschweiger Konzern Nordzucker
Will in Afrika 300 Millionen Euro investieren: Der Braunschweiger Konzern Nordzucker Quelle: Nordzucker
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Hannover

Die Pläne für einen Einstieg in dem afrikanischen Land befänden sich im fortgeschrittenen Stadium und lägen dem Aufsichtsrat zur Bewertung vor, erklärten am Wochenende mehrere mit der Sache vertraute Personen.

Für das Investment ist Nordzucker offenbar gerüstet. Nach zwei Rekordjahren hintereinander habe der Braunschweiger Konzern seine Nettoverschuldung „deutlich abgebaut“, hieß es. Sie war durch die Übernahme des Zuckergeschäfts von der dänischen Danisco  nach oben geschnellt. Im Geschäftsjahr 2012/13 (28. 2.) hatte Nordzucker bei einem Umsatz von 2,4 Milliarden Euro unter dem Strich 360 Millionen Euro verdient, im Jahr davor 208 Millionen Euro. So konnte der Konzern zuletzt sein Eigenkapital um ein Drittel auf 1,3 Milliarden Euro aufbessern, die Eigenkapitalquote stieg von 44 auf 55 Prozent.

Konzernchef Hartwig Fuchs hatte vor einem Jahr erklärt, Nordzucker müsse sich auf das Ende der EU-Zuckermarktordnung 2017 vorbereiten. Nach der vollständigen Liberalisierung der Märkte erwartet man eine Verschärfung des Wettbewerbs und ein neuerliches Fabriksterben. Da die Übernahme von Konkurrenten kartellrechtlich kaum noch möglich ist, setzt Fuchs auf eine Expansion „außerhalb Europas“.

In Brasilien sieht der Manager Chancen für Joint Ventures mit dem Agrarkonzern Wilmar in Singapur, mit dem Nordzucker bereits eine Kooperation verbindet. Das dürfte aber davon abhängen, ob die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten wieder aufgenommen werden.

Deshalb hat der Nordzucker-Chef auch Afrika „auf dem Radar“. Sambia hat auf dem Kontinent nach einer Analyse der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) die größten Flächenreserven und eine „relativ weit entwickelte Landwirtschaft“. Das enorme Potenzial macht das Land, das doppelt so groß wie Deutschland ist, nach Einschätzung der DLG besonders interessant für die internationale Agrarbranche.

Diese Chance will offenbar auch Nordzucker nutzen. Das geplante Investment ist jedoch im Konzern umstritten, wie die Insider berichten. Die Kritiker halten das Wagnis für zu groß. Denn Sambias Regierung wolle die Schlüsselindustrien, zu denen die fast nur von Kleinbauern betriebene Landwirtschaft gehört, verstaatlichen. Zudem müsse eine Infrastruktur für Produktion und Absatz erst geschaffen werden. Nordzucker selbst betrete in Afrika Neuland und habe überdies keine „Rohrzuckerkompetenz“.

Daher gilt bei den Skeptikern ein Alleingang Nordzuckers in Sambia als zu riskant. Eine Zuckerfabrik allein werde sich nicht rechnen. Eine solch teure Investition sei nur sinnvoll, wenn man „im Verbund“ mit Partnern agiere, weil sich dann Kosten sparen ließen. Heimische Rübenanbauer, die Anteilseigner des Konzerns sind, fürchten, dass Nordzucker in Sambia „mit vorenthaltenem Rübengeld“ Millionen versenken könnte.

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