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Wirtschaft Noch keine Einigung im Machtkampf zwischen VW und Porsche
Mehr Welt Wirtschaft Noch keine Einigung im Machtkampf zwischen VW und Porsche
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18:46 16.07.2009
Die Zukunft von Porsche ist weiterhin unklar.
Die Zukunft von Porsche ist weiterhin unklar. Quelle: Sascha Schuermann/ddp
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„Es gibt gar keine Einigung“, sagte der Porsche-Betriebsratsvorsitzende und Aufsichtsratsvize Uwe Hück am Donnerstag in Stuttgart nach einer Betriebsversammlung. Damit dementierte er die anhaltenden Medienberichte, wonach es eine grundsätzliche Einigung auf einen Einstieg von VW bei Porsche gebe.

Hück sagte, er habe noch am Mittwoch mit Vertretern der Eigentümerfamilien Porsche und Piech gesprochen. Es werde auch in dieser Woche keine Entscheidung mehr geben. Hück sprach von „gezielten Gerüchten“. Zugleich griff er Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), dessen Land mit einem Anteil von rund 20 Prozent nach Porsche zweitgrößter VW-Anteilseigner ist, erneut scharf an. Dieser habe im CDU-Präsidium bereits eine Übernahme von Porsche durch VW bekanntgegeben. „Das ist unanständig“, sagte Hück.

Eine am Mittwoch gestartete Resolution mit der Forderung, dass Porsche eigenständig bleibt und die Eigentümerfamilien frisches Kapital bereitstellen, wurde laut Hück bereits von fast 6000 Mitarbeitern unterschrieben. Porsche brauche frisches Geld, betonte Hück. „Wir können die Kassen von VW nicht plündern“, fügte er mit Verweis auf die Wirtschaftskrise hinzu.

Zuvor hatte die „Financial Times Deutschland“ (Donnerstagausgabe) berichtet, dass es eine grundsätzliche Einigung in dem Streit gebe. Demnach hätten sich die Porsche-Eigner auf ein Modell für einen integrierten Konzern geeinigt. Danach solle VW rund 49 Prozent des Sportwagenbauers erhalten. Ein formaler Beschluss fehle aber noch. Das Konzept entspreche den Plänen des VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch, der zugleich Miteigentümer von Porsche ist. Porsches Vorstandschef Wendelin Wiedeking sei somit gescheitert und stehe vor dem Rückzug.

Entsprechende Medienberichte über eine solche Einigung gab es bereits am Mittwoch. Auch der Abgang Wiedekings war am Mittwoch bereits von der „Wirtschaftswoche“ vermeldet worden. Porsche dementierte dies allerdings umgehend und sprach von Mobbing.

Porsche hält derzeit 51 Prozent an VW, hat sich mit der Übernahme allerdings verhoben und sitzt nun auf einem Schuldenberg von mehr als neun Milliarden Euro. Seither ist Porsche auf der Suche nach neuen Geldern, um seine Eigenständigkeit zu wahren. Mit einer Entscheidung wird nun auf der Porsche-Aufsichtsratssitzung am 23. Juli in der kommenden Woche gerechnet. Dort soll sowohl über einen Einstieg Volkswagens als auch des Emirats Katar beraten werden. Der Wüstenstaat will sich angeblich mit sieben Milliarden Euro an Porsche beteiligen.

ddp

16.07.2009
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