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Wirtschaft Niedersachsen gibt weniger Geld für Biotechnologie
Mehr Welt Wirtschaft Niedersachsen gibt weniger Geld für Biotechnologie
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10:58 18.12.2009
Von Jens Heitmann
Das Land Niedersachsen krempelt die Biotech-Förderung um. Quelle: ddp
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Das Land Niedersachsen streicht die Förderung der Biotechnologie zusammen und erhofft sich von einem Wechsel der Koordinatoren der sogenannten BioRegioN gleichzeitig eine Neuausrichtung in Richtung auf die Gesundheitswirtschaft. Statt 400.000 Euro im Jahr habe die „Landesinitiative Life Sciences Niedersachsen“ von 2010 an nur noch 25. 000 Euro zur Verfügung, da ein Teil der Aufgaben künftig von der Marketingfirma NGlobal übernomme werde, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

Die Geschäftsstelle übernimmt ab Januar das Zentrum für biomedizinische Technik und Innovation e.V. (BiomeTI) in Hannover. Zu den Gründern gehören die Medizinische Hochschule, die Leibniz Universität, die Tierärztlich Hochschule und das Laser Zentrum Hannover. Wissenschaft und Wirtschaft sollten stärker vernetzt werden, um so „zu neuen marktreifen Produkten und wirtschaftlicher Verwertung zu kommen“, erklärte Wirtschaftsminister Jörg Bode.

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Seit sieben Jahren lag das Management der BioRegioN in den Händen der Beratungsfirma Corvay des früheren Solvay-Managers Albrecht Läufer, der in der jüngsten Ausschreibung unterlegen war. Bei Corvay sehe man die Entscheidung „mit einem weinenden und einem lachende Auge“, sagte Läufer. Er hätte gern weiter Firmengründer beraten und Fördergeld eingeworben – die Verminderung des Budgets und die Vervielfältigung der Aufgaben mache die Aufgabe allerdings nicht leichter.

BiomeTI will den Schwerpunkt der Förderung künftig auf die medizinische Biotechnologie und Medizintechnik legen. Ziel sei es, für gezielte Projekte Partner aus Forschung und Unternehmen zusammenzubringen, „die Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen“, sagte der künftige Leiter der Geschäftsstelle der Landesinitiative, Ansgar Rudolph. Gleichzeitig wolle man die Beratung stärker regionalisieren.

In der Branche stoßen die Pläne des Landes auf ein gemischtes Echo. „Was Niedersachsen hier macht, ist schlicht nicht bundesligatauglich“, sagte ein Manager. Während andere Länder wie Bayern oder Baden-Württemberg ihre Kräfte bündelten, „verzettelt sich die hiesige Landesinitiative im Klein-Klein“.

Beim Biotechzulieferer Sartorius begrüßt Vorstandschef Joachim Kreuzburg die Neuausrichtung der BioRegioN. Nun gelte es die Kräfte thematisch und regional zu bündeln. Angesichts der bereits vorhandenen Institutionen biete sich dafür Hannover an – nach dem Vorbild von Martinsried bei München.

Helmuth Klausing 18.12.2009
Lars Ruzic 18.12.2009