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Wirtschaft Neues Bezahlsystem „girogo" wird nur wenig genutzt
Mehr Welt Wirtschaft Neues Bezahlsystem „girogo" wird nur wenig genutzt
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00:15 27.02.2013
Von Albrecht Scheuermann
Die elektronische Geldbörse namens „girogo“ verbirgt sich in dem Chip auf der Kontokarte. Quelle: dpa
Hannover

Es ermöglicht Inhabern von Bank- und Sparkassenkarten, bargeldlos Kleinbeträge bis zu 20 Euro zu bezahlen – und zwar kontaktlos. Die Karte muss also nicht durch ein Lesegerät gezogen oder in einen dafür vorgesehenen Schlitz eingeführt werden, es reicht, sie in die Nähe des dafür installierten Gerätes zu bringen. Dazu werden die Plastikkarten der Banken und Sparkassen  (früher: „ec-Karten“) in Deutschland nach und nach mit einem entsprechenden Chip ausgestattet. Er lässt sich am Geldautomaten oder auch an der Ladenkasse mit bis zu 200 Euro aufladen, die dann für „girogo“-Zahlungen eingesetzt werden können.

In der Region nehmen einige Handelsketten, darunter Edeka, Douglas, dm und Esso, an dem Versuch teil. Rund 400 Filialen seien mit etwa 1000 dafür notwendigen Terminals ausgestattet, erklärte eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Sie äußerte sich zufrieden mit den Projektfortschritten. „Die Infrastruktur steht“, erklärte sie. Man habe insgesamt mittlerweile acht große Netzbetreiber sowie 50 Handelsketten ins Boot geholt und die Industrie biete eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten für die nötige Technik an der Ladenkasse. „Das ist ein großer Zug, der sich in Bewegung gesetzt hat“, meinte die Sparkassen-Sprecherin. Noch in diesem Jahr soll das Angebot auch in den Gebieten Rhein-Main, Rhein-Ruhr und Hamburg eingeführt werden.

Konkrete Zahlen zur Nutzung dieser elektronischen Geldbörse gebe es nicht, aber dass es daran noch hapert, räumen die Beteiligten ein. „Jetzt geht es darum, die Kunden aufmerksam zu machen“, heißt es beim Sparkassenverband. „Gewohnheiten zu ändern dauert seine Zeit.“ Keinesfalls sei „girogo“ als ein Misserfolg zu werten, betonte die Sprecherin. „Keines der neuen Bezahlsysteme hat so an Breite gewonnen.“

Auch der Lebensmittelhändler Edeka stellt fest, dass die Kunden sich bislang zurückhalten. „Der Deutsche ist beim Bezahlen sehr konservativ“, erklärte ein Sprecher. „Das System setzt sich nicht so schnell durch wie erwartet, die Leute müssen das noch lernen.“ Allerdings wird im Handel hinter vorgehaltener Hand auch Kritik an der Kreditwirtschaft geübt. „Es reicht nicht, den Kunden einmal einen Brief zu schicken“, heißt es. Die Branche sei gefordert, das System stärker zu „promoten“. Als eine Verbesserung gilt die Heraufsetzung des maximal möglichen Zahlbetrages von derzeit 20 Euro. Darüber werde derzeit gesprochen, bestätigte die Sparkassen-Sprecherin.

Dem Handel ist es letztlich egal, mit welchem Partner neue Bezahlsysteme eingeführt werden. „Wir müssen uns nur technisch darauf einrichten“, erklärt etwa Edeka. Neben der Kreditwirtschaft versuchen derzeit eine Reihe weiterer Mitspieler auf diesem Markt, neue bargeldlose Bezahlsysteme zu etablieren. So wollen Handynetzbetreiber wie O2 oder die Telekom das Smartphone zum modernen Portemonnaie machen. Welche Systeme sich letztlich durchsetzen, ist völlig offen. In einem Punkt sind sich Handel und Kreditwirtschaft einig: „Die Zukunft des Bezahlens ist kontaktlos.“

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