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Wirtschaft Aldi Nord führt Bezahlen per Smartphone ein
Mehr Welt Wirtschaft Aldi Nord führt Bezahlen per Smartphone ein
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00:17 13.06.2015
Von Albrecht Scheuermann
Ganz ohne Klimpern: Ab sofort können Kunden bei Aldi per Handy zahlen. Quelle: Copyright: ALDI NORD
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Ab sofort sei das kontaktlose Bezahlen in allen 2400 Filialen möglich, teilte der Mülheimer Einzelhandelsriese gestern mit. Ohne alle Formalitäten geht es allerdings nur bis 25 Euro, bei größeren Beträgen ist weiterhin die Eingabe der Geheimzahl PIN erforderlich.

Damit das neue Verfahren funktioniert, musste die Handelskette sämtliche Bezahlterminals in den Märkten auf den neuesten Stand bringen. Dieser trägt das Kürzel NFC: Erst die „Near Field Communication“ oder Nahfunk-Technologie ermöglicht den Datenaustausch zwischen zwei Geräten, die ein paar Zentimeter voneinander entfernt sind - wie Kasse und Smartphone. Das Handy muss dafür allerdings auch mit NFC-Technik ausgerüstet sein und benötigt eine spezielle „Wallet-App“. Vom Fortschritt sind aber auch Kunden nicht ausgeschlossen, die kein Smartphone besitzen, sondern nur mit ihrem Plastikgeld bezahlen wollen. Die Aldi-Nord-Kassen akzeptieren auch sogenannte Debit-Karten, die schon mit NFC-Chip ausgestattet sind, sofern es sich um Maestro- oder V-Pay-Karten handelt.

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Wer sich dem Fortschritt nicht in den Weg stellen will, muss also zunächst einige neue Begriffe und Abkürzungen lernen. In einigen Jahren dürfte sich das kontaktlose Bezahlverfahren jedoch weitgehend durchgesetzt haben, schätzt man beim deutschen Einzelhandelsverband. „Der Trend kommt jetzt richtig in Fahrt“, hieß es. Einige Handelsketten nutzen die Technik demnach bereits, so der Lebensmittelhändler Norma und die Douglas-Parfümerien. Insgesamt sind nach Schätzungen schon rund 50.000 von insgesamt einer Million Ladenkassen hierzulande mit NFC-Schnittstellen ausgerüstet. Bei neuen Kassen ist die Technik Standard.

Und allzu konservative Ladenbesitzer werden auf Trab gebracht: Die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard verpflichten die Händler, bei denen Kunden mit einer Karte des Kreditkartenunternehmens zahlen können, in den nächsten Jahren Terminals für das kontaktlose Bezahlen einzurichten. Je mehr sich solche neuen Technologien durchsetzen, desto näher kommen die Plastikgeld-Organisationen und verbündete Branchen ihrem großen Ziel - das Bargeld ganz abzuschaffen. Dagegen dürften auch Einzelhändler wie Aldi wenig einzuwenden haben. Das Annehmen und Auszahlen, Sortieren und Transportieren von Banknoten und Münzen ist schließlich eine teure Sache.

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