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Wirtschaft Montags nur halb so viele Briefträger
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09:50 13.06.2009
Von Dirk Stelzl
Die Briefträger sollen künftig montags Überstunden abbummeln, wenn es nach den Postmanagern geht. Quelle: Martin Steiner

Die anderen Postboten sollen zum Wochenbeginn zum Beispiel Überstunden abbauen. Außerdem ist geplant, dass in Briefverteilzentren Schichten wegfallen. Die Qualität der Zustellung werde darunter nicht leiden, betonte die Post. Die Kommunikationsgewerkschaft DPV befürchtet, dass die Arbeitsbelastung zunehmen wird und Briefe später ankommen werden.

Auch der Post macht die schwache Konjunktur zu schaffen. Zwischen Januar und April 2009 sei der Umsatz im Briefgeschäft um etwa 5 Prozent geringer gewesen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, sagte Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes dieser Zeitung. Neben der konjunkturellen Entwicklung wirkt sich auch aus, dass immer mehr E-Mails statt Briefe verschickt werden. „Unser Geschäft schrumpft schlicht und ergreifend“, erklärte Gerdes. Die Post wolle deshalb neue Wachstumsmärkte erschließen und drehe „jeden Kostencent dreimal herum, ehe wir ihn ausgeben“.

Da in der Urlaubszeit und zum Wochenbeginn in der Regel weniger Post versandt wird, sollen an acht Montagen Zustellbezirke zusammengefasst werden – soweit dies das Briefaufkommen zulässt. Insgesamt soll in der Testphase etwa jeder zweite Briefträger am Montag zu Hause bleiben. Für Karlheinz Vernet Kosik von der Gewerkschaft DPV ist klar, wozu es führen wird, wenn ein Briefträger für zwei Bezirke zuständig ist: „Der Kunde im zweiten Bezirk bekommt die Post entsprechend später.“

Darüber hinaus will die Post in den beiden Sommermonaten nach Angaben von Gerdes in 15 von 82 Briefzentren – darunter in Celle – an neun Montagen die Abendschicht ausfallen lassen. Die abgehende Post solle in anderen Zentren sortiert werden. „Alle Briefe werden bearbeitet.“ Sonntags seien wegen geringerer Mengen schon jetzt etliche Briefzentren geschlossen, erklärte ein Post-Sprecher. Das Pattensener Briefzentrum solle im Juli und August am Sonntagabend mit „deutlich verringerter Belegschaft“ arbeiten. Genauere Angaben machte die Post nicht.

Der Post-Vorstand will in Gesprächen mit den Gewerkschaften durchsetzen, dass die Briefträger wöchentlich 40 Stunden statt 38,5 Stunden arbeiten – ohne höheren Lohn. Der Tarifvertrag läuft bis Mitte 2010. Längere Arbeitszeiten haben zur Folge, dass weniger Beschäftigte gebraucht werden. Wie viele Stellen wegfallen könnten, wollte Gerdes nicht sagen. Die Post wolle beim Stellenabbau die natürliche Fluktuation ausnutzen. „Arbeitsplätze werden wegfallen, aber niemand wird entlassen.“ Bei der Post denke man auch über „Outsourcing“ nach – also über die Ausgliederung und Fremdvergabe von Tätigkeiten.

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