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Wirtschaft Metro schmiedet weiter Pläne für fusionierten Warenhauskonzern
Mehr Welt Wirtschaft Metro schmiedet weiter Pläne für fusionierten Warenhauskonzern
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18:17 11.06.2009
Filiale eines Metro-Großmarktes in Berlin Quelle: Steffi Loos/ddp

Kaufhof-Chef Lovro Mandac bekräftigte am Donnerstag das Metro-Angebot, etwa 60 Karstadt-Standorte und den Großteil der Mitarbeiter zu übernehmen. „Zudem würden wir sicherlich auch eine größere Anzahl von Mitarbeitern aus der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen übernehmen wollen“, sagte Mandac der „Wirtschaftswoche“. Der Prozess könne so schnell wie möglich anlaufen.

Ein Arcandor-Sprecher hatte am Mittwoch gesagt, die Gespräche mit der Düsseldorfer Metro-Gruppe über eine Fusion mit Kaufhof seien gestoppt. Nach der Insolvenz gebe es mehrere Optionen, und Metro sei nun nur noch einer der potenziellen Gesprächspartner. Metro bedauerte die Absage. Ein Sprecher sagte, die Tür für Gespräche stehe aber auch weiterhin weit offen.

Mandac sagte, er würde sich jeden Standort einzeln näher anschauen, sobald der Insolvenzverwalter Interesse hinsichtlich der Übernahme von Karstadt-Warenhäusern durch Kaufhof signalisiert hat und Einblick in die Geschäftsunterlagen gewährt. Daher könne es gegenwärtig keine Entscheidung darüber geben, welche Standorte in Frage kommen können. Kleinere Karstadt-Filialen könnten jedoch ebenso fortgeführt werden wie große Häuser. Interesse habe Kaufhof auch an der Übernahme der Karstadt-Luxushäuser wie das Berliner KaDeWe und das Hamburger Alsterhaus.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Arcandor, Hellmut Patzelt, forderte die Bundesregierung auf, bei der Rettung des insolventen Konzerns zu helfen. Die Politiker „sollen sich einmischen beim zukünftigen Konzept des Konzerns und bei der Suche nach Investoren“, sagte Patzelt am Donnerstag der Online-Ausgabe der „Frankfurter Rundschau“. Gleichzeitig sagte Patzelt ein „politisches Erdbeben“ voraus. Die Folgen der Ablehnung von Staatshilfen würden „schmerzhaft für das gesamte Land sein“. Im Zuge der Insolvenz werde es gravierende Einschnitte, Jobverluste und Schließungen geben. „Das wird für die Beschäftigten und die Kunden noch sehr sehr bitter werden“, sagte Patzelt.

Die stellvertretende ver.di-Chefin Margret Mönig-Raane sagte in Berlin, die Gewerkschaft suche momentan nach einer Lösung, bei der weder bei Kaufhof noch bei Karstadt so viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden, wie bisher angenommen. Eine deutsche Warenhaus AG, so Möhrig-Raane, werde keinesfalls favorisiert. Wenn sie jedoch die einzige verbleibende Möglichkeit eines dauerhaften Erhalts von Arbeitsplätzen sei, müsse man in diesen „sauren Apfel beißen“.

Nach einem Bericht der „Welt“ (Donnerstagausgabe) will sich die neue Führung des insolventen Essener Handelskonzerns zunächst nur von einem Teil der Karstadt-Warenhäuser trennen. „Es geht zunächst nur um den Verkauf von 51 Prozent des Warenhaus-Portfolios. Der Rest soll zunächst bei Arcandor bleiben“, berichtete die Zeitung unter Berufung auf gut informierte Firmenkreise. Der Minderheitsanteil könne zu einem späteren Zeitpunkt abgegeben werden, hieß es.

Einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ (Donnerstagausgabe) zufolge wird Arcandor seine Touristik-Tochter Thomas Cook möglicherweise nicht schnell verkaufen können. Derzeit sei nicht einmal klar, wer das Aktienpaket von 52,8 Prozent, das der insolvente Konzern an Thomas Cook halte, veräußern dürfe. Insolvenzverwalter Görg wolle das Pfandrecht von Arcandors Bankenkonsortium nicht ohne Weiteres akzeptieren. „Görg prüft, ob man das anfechten kann“, hieß es in dem Bericht.

ddp

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