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Wirtschaft Metro-Chef wirft Arcandor Zögern bei Karstadt-Rettung vor
Mehr Welt Wirtschaft Metro-Chef wirft Arcandor Zögern bei Karstadt-Rettung vor
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11:40 07.06.2009
Die Spitzen der Mutterkonzerne von Karstadt und Kaufhof kommen am Sonntag zu neuen Gesprächen über eine Fusion der beiden Kaufhausketten zusammen. Quelle: Fotos: Jochen Luebke/Clemens Bilan/ddp

„Die Zeit läuft Karstadt davon“, sagte Cordes der Zeitung „Bild am Sonntag“ (Onlineausgabe). Cordes warf Arcandor vor, das Zögern und Zaudern des Konzerns finde letztlich auf dem Rücken der Mitarbeiter statt. „Es ist schon eigenartig: Ausgerechnet diejenigen, die uns immer vorgeworfen haben, wir spielten mit der Insolvenz, tragen mit ihrem Verhalten zu einer solchen Entwicklung bei“, sagte Cordes.

Für diesen Sonntag ist ein Gespräch zwischen Cordes und der Arcandor-Spitze geplant. Ein Arcandor-Sprecher sagte, falls es keine alternative Finanzierung und Zusage des Staates gebe, müsse Arcandor am Montag Insolvenz anmelden.

Cordes sagte, zur Vermeidung einer Karstadt-Pleite müssten alle einen Beitrag leisten. Metro werde seine Kaufhaustochter Kaufhof einbringen. Dann müssten die Vermieter der Immobilien helfen. Die Kaufhof-Dienstleister müssten Kosten senken.

Nach dem Metro-Konzept gebe es in Deutschland für rund 160 Kaufhäuser eine langfristige Perspektive, sagte Cordes. Da Kaufhof und Karstadt gemeinsam rund 200 Filialen hätten, müssten etwa 40 anders verwendet werden. Betroffen wären etwa 30 Häuser von Karstadt und 10 von Kaufhof. Diese müssten aber nicht geschlossen werden, sondern könnten etwa durch die Metro-Tochter Saturn weiter betrieben werden.

Cordes sagte, nach dem Metro-Plan gingen etwa 5000 Vollzeitstellen verloren. Dies müsse für Betroffenen jedoch nicht zu Arbeitslosigkeit führen. Metro schlage die Schaffung einer Transfer- und Sicherungsgesellschaft vor. „Unser Ziel ist es, diese Arbeitsplätze und die betroffenen Standorte zunächst zu erhalten und über einen Zeitraum von 12 bis 24 Monaten umzuwandeln oder an andere Interessenten - wie Bekleidungshäuser - zu verkaufen“, sagte Cordes.

Auf die Frage nach möglichen Staatshilfen sagte Cordes: „Das Einzige, was jetzt zu rechtfertigen ist, wäre eine Notüberbrückung, damit Karstadt überhaupt verhandlungsfähig ist und der Druck auf alle Beteiligten für eine schnelle Lösung erhalten bleibt.“ Doch auch hier wären zunächst die Eigentümer in der Pflicht.

ddp

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