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Wirtschaft Merkel will Manager-Boni bei Verlusten verbieten
Mehr Welt Wirtschaft Merkel will Manager-Boni bei Verlusten verbieten
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08:33 16.09.2009
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Quelle: ddp
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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Regierungschef Gordon Brown wollen auf dem G-20-Gipfel „konkrete“ Entscheidungen zur Kontrolle der Finanzmärkte und zu Manager-Boni durchsetzen. „Wir wollen alle beide keine Absichtserklärungen, sondern Zahlen, Zeitpläne, Zusagen“, sagte Sarkozy Dienstagabend in Paris. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich zurückhaltend zu einheitlichen Obergrenzen für Manager-Boni.

Er sei überzeugt, dass es „genügend Gemeinsamkeiten“ für eine Einigung gebe, sagte Brown. „Die nächste Woche ist eine wichtige Woche für die Weltwirtschaft.“ Von dem G-20-Gipfel müsse die Botschaft ausgehen, dass „jedes Land in Zukunft Regeln befolgen muss, sonst ist das Bankensystem wieder dort, wo es vorher war, und das ist völlig inakzeptabel“, fügte der britische Premier hinzu. Sowohl Sarkozy als auch Brown fordern als Konsequenz aus der weltweiten Finanzkrise eine stärkere Kontrolle der Finanzmärkte, bei den Forderungen nach einer Beschränkung der Manager-Boni geht Sarkozy jedoch weiter als Brown. „Bei dem Paket stimmen wir in fast allem überein“, sagte Sarkozy.

Merkel sagte in einem Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“ (Mittwochsausgabe), Obergrenzen für Manager-Boni seien „eine Möglichkeit zur Begrenzung von Bonuszahlungen“. Die beste Orientierungsgröße sei aber der nachhaltige und wirkliche Erfolg eines Unternehmens. Boni müssten an den langfristigen Erfolg von Unternehmen gekoppelt werden. Wenn ein Unternehmen Gewinn mache, dürfe nur ein bestimmter Anteil davon für Bonuszahlungen ausgegeben werden. „Aber wenn ein Unternehmen keinen Gewinn macht, darf es keine Bonuszahlungen geben.“

Mit Blick auf den Weltfinanzgipfel in Pittsburgh stimmte sich Sarkozy am Dienstag zudem in einem 30-minütigen Telefonat mit US-Präsident Barack Obama ab, wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte. Die beiden Staatschefs hätten ihren Willen bekräftigt, die Beschlüsse des Londoner G-20-Gipfels im April vollständig umzusetzen, hieß es. Am Montag hatte Obama anlässlich der Bankenpleite von Lehman Brothers vor einem Jahr die Finanzindustrie vor einer Rückkehr zu Manager-Gier und zur Jagd nach schnellen Profiten gewarnt. Die Zeit des „rücksichtslosen Verhaltens“ und der „unkontrollierten Exzesse“ an der Wall Street sei vorbei. Gemeinsam mit den G-20-Staaten strebe er eine schärfere Kontrolle der Finanzmärkte an.

Auf dem G-20-Gipfel in Pittsburgh Ende der kommenden Woche sollen die Staats- und Regierungschefs der G-20-Staaten über ein einheitliches Vorgehen bei der Verschärfung der Finanzmarktregulierung beraten.

afp