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Wirtschaft Merkel und Modi eröffnen Hannover Messe
Mehr Welt Wirtschaft Merkel und Modi eröffnen Hannover Messe
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21:48 12.04.2015
Von Jens Heitmann
Am Sonntagabend haben Bundeskanzerlin Angela Merkel und Indiens Premierminister Narendra Modi die größte Industrieschau der Welt eröffnet.
Am Sonntagabend haben Bundeskanzerlin Angela Merkel und Indiens Premierminister Narendra Modi die größte Industrieschau der Welt eröffnet. Quelle: dpa
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Hannover

Die Bundesregierung will die digitale Vernetzung der Wirtschaft vorantreiben. Um die Vorteile intelligenter Fabriken nutzen zu können, seien verlässliche Standards nötig, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag bei der Eröffnung der Hannover Messe. Die Industrieschau begann am Abend mit einer bunten Folkloreshow des Partnerlandes Indien im Congress Centrum. Merkel sagte, gerade kleine und mittlere Unternehmen seien darauf angewiesen, dass alle eine gemeinsame Sprache sprächen. Das gelte nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa insgesamt. „Wir müssen hier einen Zahn zulegen“, sagte sie und forderte: „Wir müssen uns jeden Tag ändern.“

Die Messe steht im Zeichen der „Industrie 4.0“. Fertigungsanlagen, die untereinander kommunizieren und so die Flexibilität der Produktion erhöhen, gelten als Kern der vierten industriellen Revolution – nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automation. Laut einer Studie von Roland Berger bietet sie für die deutsche Wirtschaft bis 2025 ein Wertschöpfungspotenzial von 425 Milliarden Euro. „Industrie 4.0 bietet der deutschen Wirtschaft enorme Chancen“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Politik und Unternehmen jetzt die richtigen Akzente setzten. Außer in die nötige Weiterbildung der Beschäftigten müsse vor allem in den Ausbau der digitalen Infrastruktur investiert werden. Darüber hinaus müsse der Staat Ausgaben für Forschung und Entwicklung steuerlich fördern.

Diese Forderung fällt in der Wirtschaft auf fruchtbaren Boden. Noch wichtiger sei für die Firmen allerdings ein einheitlicher Rechtsrahmen, sagte Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie: „Wir brauchen einen europäischen digitalen Binnenmarkt.“ Darüber hinaus müsse die Politik dafür sorgen, dass die IT-Branche Interesse daran habe, in den Ausbau der Datennetze zu investieren. Es gelte, bei der Wettbewerbskontrolle nicht zu überziehen. Aber auch die Unternehmen selbst seien gefordert, sagte Grillo. Nötig seien gemeinsame Standards, damit alle Systeme miteinander kommunizieren könnten.

Partnerland der Messe ist in diesem Jahr Indien. „Wir eröffnen Investoren neue Möglichkeiten“, sagte Ministerpräsident Narendra Modi. Nach einem Jahrzehnt mit hohen Wachstumsraten ist der Subkontinent inzwischen die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt. Deutschland ist Indiens wichtigster Handelspartner in der EU, inzwischen haben sich rund 1000 deutsche Firmen im Partnerland angesiedelt, jede fünfte fertigt dort. Diesen Anteil möchte Indien erhöhen. Sein Land sei nicht nur als Absatzmarkt für Investoren interessant, sagte Modi, sondern auch als Produktionsstandort. Seine Regierung werde unnötige bürokratische Hindernisse beiseiteräumen.

Vor der Messeeröffnung hatte der indische Premier am Nachmittag in Hannover das Gandhi-Denkmal im Maschpark zusammen mit Oberbürgermeister Stefan Schostok enthüllt – es ist ein Geschenk des Partnerlandes. Vor dem Congress Centrum demonstrierten mehrere Organisationen gegen Menschenrechtsverletzungen in Indien. Heute wird der Premier gemeinsam mit Merkel einen Messerundgang absolvieren. Mit rund 6500 Ausstellern aus 70 Ländern will die Industrieschau in diesem Jahr mindestens so viele Gäste anlocken wie bei der vergleichbaren Ausstellung vor zwei Jahren – da kamen 213.000 Besucher.     

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