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Wirtschaft Maschmeyer siegt im Streit mit Schweizer Bank
Mehr Welt Wirtschaft Maschmeyer siegt im Streit mit Schweizer Bank
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17:17 12.06.2015
Von Albrecht Scheuermann
Vor Gericht erfolgreich: Carsten Maschmeyer. Quelle: Karlheinz Schindler
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Hannover

Alles in allem hatte Maschmeyer mit Familie und Freunden nach eigenen Angaben 55 Millionen Euro im Fonds der Bank investiert.

Dem Vernehmen nach sehen die Investoren davon nun rund 52 Millionen Euro wieder. Dies ist das Ergebnis einer sogenannten Instruktionsverhandlung am Bezirksgericht in Zürich. Dabei hatte der Richter die Positionen der Maschmeyer-Anwälte weitgehend unterstützt und eine entsprechende Einigung angeregt. Dies verlautete aus Insiderkreisen. Weder die Bank noch Maschmeyer selbst wollten dazu Stellung nehmen.

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Der Gründer und einstige Chef des inzwischen umbenannten Finanzunternehmens AWD hatte mit dem langjährigen Geschäftspartner und damaligen Freund Eric Sarasin 2010 die fraglichen Anlagegeschäfte abgeschlossen. Mit eigenem Geld dabei waren auch Maschmeyers jetzige Frau Veronica Ferres, seine frühere Frau sowie der damalige Hannover-96-Trainer Mirco Slomka. Das Geld sollte in dividendenstarke europäische Aktien fließen, die Fonds wurden seinerzeit als relativ sichere Geldanlage angepriesen.

Tatsächlich ging es jedoch um sogenannte Cum-Ex-Geschäfte zu Lasten des deutschen Fiskus, die inzwischen zu zahlreichen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des schweren Betruges geführt haben. Maschmeyer selbst hat nach eigenen Angaben davon jedoch nichts gewusst und selbst vergangenes Jahr bei der Staatsanwaltschaft Köln Strafanzeige gegen Sarasin-Manager erstattet. Seitdem ermittelt auch das Landeskriminalamt Düsseldorf, Maschmeyer selbst wurde dort ausgiebig als Zeuge vernommen.

Durch eine Änderung des Steuerrechtes wurde diese Missbrauchsmöglichkeit 2012 beendet - was zu einem hohen Schaden für die Sarasin-Kunden führte. Zu den Betroffenen gehörte neben Maschmeyer auch der Drogerieunternehmer Erwin Müller.

Bei den Cum-Ex-Geschäften werden Aktien unmittelbar vor und nach dem Dividendentermin hin und hergeschoben. Durch die trickreiche Gestaltung ist es möglich, sich die auf die Dividende abgeführte Kapitalertragssteuer doppelt erstatten zu lassen. Etliche Banken und Fondsgesellschaften sollen in die Cum-Ex-Affäre verwickelt sein. Insgesamt könnte der deutsche Steuerzahler dadurch um mehrere Milliarden Euro geschädigt worden sein.

Vor wenigen Tagen hatte es deswegen auch Durchsuchungen bei der Deutschen Bank in Frankfurt gegeben. Sie beteuerte, dass es dabei nur um Ermittlungen gegen Kunden gehe. Allerdings scheint der Konzern doch mehr mit diesen anrüchigen Geschäften zu tun zu haben. So berichtet das „Handelsblatt“, dass die Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Postbank größter Gesellschafter des Cum-Ex-Fonds war, der im Zentrum der Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft steht.

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