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00:15 09.02.2013
Von Jens Heitmann
Leere Mietwagenschalter auf dem Flughafen in Palma: Die Preise könnten steigen. Quelle: dpa
Hannover

„Hola statt Helau“. Unter diesem Slogan wirbt der Mietwagen-Vermittler Sunny Cars dieser Tage um Kunden, die mit dem Narrentum rheinischer Prägung eher wenig anfangen können. Auf Mallorca etwa kann man am übernächsten Sonntag beim Karnevalsumzug „Sa Rua“ dabei sein – oder aber in die Natur flüchten, um die Mandelbaumblüte zu bewundern. Letzteres setzt natürlich einen Mietwagen voraus: In der kleinsten Kategorie sind die aktuell schon für 107 Euro pro Woche zu haben. Noch jedenfalls, denn bald nach dem Aschermittwoch könnte es mit solchen Schnäppchen vorbei sein.

Das liegt auch daran, dass sich die absolute Nebensaison allmählich dem Ende nähert – vor allem aber an der neuen Mietwagen-Steuer, die von der Insel-Regierung vom 1. April an erhoben werden soll. Viele Anbieter hatten das zunächst für einen – mit Blick auf das Datum – schlechten Scherz gehalten. Doch die Politiker wollen dieses Mal offenbar Ernst machen und an ihrer Ankündigung festhalten. Nur hinsichtlich der Höhe der geplanten Ökoabgaben hätten sie sich von den Lobbyisten noch ein wenig herunterhandeln lassen, berichtet die in Palma ansässige „Mallorca Zeitung“.

Die Steuern sollen sich demzufolge nach Größe und Umweltverschmutzung des Autos unterscheiden: Für Kleinwagen will die Regierung nun 3 Euro statt der ursprünglich geplanten 3,50 bis 5,50 Euro pro Tag kassieren. Für Mittelklassewagen werden täglich 6,50 Euro statt 7,50 Euro fällig, für große Spritfresser werden 7,50 Euro statt der anfänglich in Rede stehenden 9 Euro verlangt. Die Regierung erhoffe sich davon Einnahmen von 15 Millionen Euro jährlich. Darüber hinaus soll die Umweltsteuer auch auf Getränkeverpackungen erhoben werden; je Dose soll sie bei 3 Cent liegen – macht 35 Millionen Euro pro Jahr.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Mallorca über Ökosteuern debattiert wird. Bisher sind die Anläufe immer gescheitert, weil am Ende die Angst vor ausbleibenden Urlaubern größer war als die Sorge vor leeren Steuersäckeln. Doch dieses Mal scheint es die Regierung ernst zu meinen, die Hoffnung der Touristiker ruhe noch auf einer Klage balearischer Mietwagenverbände, heißt es.

Dennoch stellen sich die ersten deutschen Mietwagenvermittler bereits auf die neue Steuer ein. Man werde versuchen, die Mehrkosten nicht komplett an die Kunden weiterzugeben, sagte eine Sprecherin von „Holiday Autos“: „Es laufen entsprechende Verhandlungen mit den Mietwagenanbietern vor Ort.“ Ziel sei es, dass Kunden, die noch vor dem 1. April einen Mietwagen buchen, die neue Steuer nicht zahlen müssten.

Beim Konkurrenten „Sunny Cars“ wiegelt man noch ab. „Wir wollen uns an den Spekulationen nicht beteiligen“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Noch werde über die neue Steuer im Parlament diskutiert, der endgültige Beschluss liege noch nicht vor. Auf einen Sinneswandel in letzter Minute hofft auch die TUI. „Wir warten das Gesetz ab“, hieß es.

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