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Wirtschaft Magna weiter in der Pole Position für Opel
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20:08 22.07.2009
Im Bieterverfahren um Opel bevorzugt die Bundesregierung weiterhin das Angebot des Autozulieferers Magna. Quelle: Jens Koehler/ddp
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Eine Festlegung auf einen Investor für die Übernahme der Adam Opel GmbH stehe weiter aus, sagte Jochen Homann, Leiter der Opel-Task-Force und Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Auch der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) habe noch keine Einigung mit einem der Bieter getroffen. Zuvor hatten sich Vertretern von GM, der Opel-Task-Force sowie der Opel-Treuhand im Bundeskanzleramt in Berlin getroffen.

Dabei habe sich gezeigt, dass sich Magna und der Finanzinvestor RHJ mit ihren Konzepten absetzen konnten. Allerdings sei der chinesische Mitbewerber BAIC noch nicht ausgeschieden, sagte Homann. Bei der Präsentation sei deutlich geworden, dass alle drei Interessenten nur relativ wenig Eigenkapital bieten. Dies müsse nachgebessert werden. Zudem gebe es noch weitere offene Fragen. Auch GM sehe Stärken und Schwächen in den einzelnen Angeboten. Die Bundesregierung dränge nun auf die kurzfristige Lösung der noch offenen Fragen, sagte der Staatssekretär.

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Zuvor hatte bereits Regierungssprecher Ulrich Wilhelm erklärt, dass nach sorgfältiger Prüfung der drei Konzepte sich die „gewisse Präferenz“ für Magna bestätigt habe. Da das Ergebnis des Bieterverfahrens jedoch noch offen sei, stehe nun im Vordergrund, mit GM zu einer gemeinsamen Einschätzung zu kommen.

Bei dem Treffen sollte es sich laut Wilhelm um einen ersten Austausch über die „jeweiligen Bewertungen und Einschätzungen“ der drei Konzepte handeln. Am Ende des Diskussionsprozesses werde nur ein Erfolg zu erreichen sein, wenn man zu einer gemeinsamen Einschätzung komme. Ziel der Bundesregierung sei, nach Möglichkeit im Verlauf der nächsten Woche zu einer gemeinsamen Empfehlung zu kommen. Hierzu seien unter Umständen weitere Gespräche mit GM und der US-Regierung nötig.

Für die Bewertung der Opel-Bieterkonzepte waren für die Bundesregierung laut Wilhelm vor allem die Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle, die möglichen Auswirkungen auf Opel-Standorte in Europa sowie die Höhe der benötigten staatlichen Bürgschaften und das damit verbundene Risiko ausschlaggebend. Der Prozess zur Opel-Übernahme werde noch bis in den Herbst weiterlaufen, betonte der Regierungssprecher.

Derweil erneuerten die Bundesländer mit Opel-Standorten ihre Forderung, Magna den Zuschlag für Opel zu erteilen, und stellten ein Ultimatum. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) drohte in der „Thüringer Allgemeine“ (Donnerstagausgabe) damit, andernfalls die Bürgschaftszusagen zurückzuziehen. „Die Opel-Länder sind sich da einig“, sagte er. Die Pläne von RHJ und BAIC sähen vor, das Opel-Werk in Eisenach für zwei Jahre faktisch dicht zu machen. Das sei „absurd und stellt für uns keinerlei Verhandlungsbasis dar“, sagte Althaus. Magna garantiere „als einziger Investor“ neben dem Erhalt der Standorte eine eigenständige Zukunft von Opel in Europa und eine Loslösung vom Mutterkonzern GM.

Hessen Regierungschef Roland Koch (CDU) sagte dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe), die Ministerpräsidenten der vier Länder seien in einer Telefonkonferenz zu dem Schluss gekommen, „dass wir mit Magna einen bevorzugten Bieter haben“. Koch fügte hinzu: „Wir bitten GM, den Wettbewerb der Bieter jetzt zu beenden, denn einen solchen Dauerwettbewerb verträgt Opel nicht endlos.“

ddp