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Wirtschaft MAN rechnet weiter mit Durststrecke
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12:16 01.04.2010
MAN rechnet mit einem schwierigen Geschäftsjahr.
MAN rechnet mit einem schwierigen Geschäftsjahr. Quelle: dpa
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Vor allem die Nutzfahrzeugsparte dürfte mit schwachen Geschäften kämpfen. MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen erwartet eine „Durststrecke“.

„Die schwierigen Zeiten sind leider noch nicht ganz vorbei“, sagte Pachta-Reyhofen am Donnerstag auf der Hauptversammlung. Ende 2008 war der Auftragseingang der größten Sparte Nutzfahrzeuge um mehr als zwei Drittel eingebrochen. Der europäische Markt für Nutzfahrzeuge habe sich in der Krise halbiert.

Der Dax-Konzern war 2009 unter anderem wegen Abschreibungen auf seine Beteiligung am schwedischen Lastwagenhersteller Scania und der Kosten für die Korruptionsaffäre in die roten Zahlen gerutscht. Der Bestechungsskandal hatte Ende des Jahres fast die gesamte MAN- Führungsspitze um Ex-Vorstandschef Håkan Samuelsson die Jobs gekostet. Die Affäre hat den Konzern mit Bußgeldern und Steuernachzahlungen 220 Millionen Euro gekostet.

Auf Antrag der Verwaltung sollte wegen des Schmiergeldskandals die Entlastungen von Samuelsson, des ehemaligen Finanzvorstands Karlheinz Hornung und des früheren Nutzfahrzeugchefs Anton Weinmann vertagt werden. Auch die Entlastung des Vorstandschefs der ehemaligen Tochter Ferrostaal, Matthias Mitscherlich, sollte von der Tagesordnung genommen werden. Das Essener Unternehmen war in der vergangenen Woche erneut wegen Korruptionsvorwürfen in die Schlagzeilen geraten.

Im vergangenen Jahr hatte MAN unter dem Strich einen Verlust von 258 Millionen Euro verbucht. “2009 war ein Ausnahmejahr für MAN“, sagte Pachta-Reyhofen, der nach dem Rücktritt von Samuelsson im November die Konzernführung übernommen hatte. Der Sparkurs habe aber erste positive Ergebnisse gebracht. MAN will auch in diesem Jahr auf Kurzarbeit setzen. Der Konzern beschäftigt weltweit knapp 50 000 Menschen.

dpa