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09:17 02.04.2014
Foto: Die Lufthansa hat für den Streik-Zeitraum 3800 Flüge annulliert.
Die Lufthansa hat für den Streik-Zeitraum 3800 Flüge annulliert.
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Frankfurt

Die Piloten der Lufthansa haben am Mittwoch mit ihrem dreitägigen Streik begonnen und damit den Flugverkehr bei Europas größter Fluggesellschaft lahmgelegt. Lufthansa annullierte für den Streik-Zeitraum 3800 Flüge und damit neun von zehn Verbindungen. Die Piloten der Tochter Germanwings legen ebenfalls die Arbeit nieder. Von größten Streik in der Lufthansa-Unternehmensgeschichte sind 425.000 Fluggäste betroffen.

Feldbetten in Frankfurt

An den beiden größten deutschen Flughäfen in Frankfurt und München war die Lage zunächst ruhig. "Aktuell läuft alles im geregelten Maße, die Leute wurden gut informiert, alles ruhig derzeit im Terminal", sagte ein Sprecher vom Airport Duty Management des Frankfurter Flughafens. Es seien genügend Feldbetten aufgestellt worden und Verpflegungsstationen sowie Familienbereiche für Reisende mit kleinen Kindern eingerichtet worden. "Es sind wenige Leute, die ohne Vorkenntnisse hier her kamen." Auch ein Sprecher des Münchener Flughafens sagte, es sei sehr ruhig am Flughafen, die Reisenden seien gut informiert.

Am Flughafen Hamburg fielen am Morgen bis 8.30 Uhr 16 von 41 Abflügen aus. Betroffen sind Lufthansa und Germanwings, deren Piloten bis Freitag die Arbeit niederlegen. "Heute ist ein Erfahrungstag, um zu sehen, wie viele Piloten zum Dienst antreten", sagte Flughafensprecherin Stefanie Harder. "Daraus können wir Rückschlüsse für die kommenden beiden Streiktage ziehen." Viele Passagiere stiegen auf den Fernverkehr der Bahn um.

Insgesamt fällt am Mittwoch nach Flughafenangaben rund jeder vierte Flug ab Hamburg aus. Bis 13.00 Uhr seien alle Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt, München und Düsseldorf gestrichen worden. Auch jeder zweite Flug mit Germanwings finde nicht statt. Die Airline versuche aber, kurzfristig Maschinen anderer Gesellschaften zu mieten.

Lufthansa: Kein Chaos durch Pilotenstreik

Der Lufthansa-Konzernsprecher für Norddeutschland, Wolfgang Weber, sagte, nur ein Drittel der Flüge von Lufthansa und Germanwings könne stattfinden. Der Pilotenstreik werde dennoch nicht zum "Chaos" führen. Alle Reisenden seien frühzeitig über die Änderungen informiert worden. "Bislang ist es sehr viel ruhiger als an einem normalen Betriebstag", bestätigte Flughafensprecherin Harder. Viele Reisende tauschten ihre Flugtickets gegen Gutscheine der Deutschen Bahn um. Die Zahl der Fahrgäste, die ab Hamburg den Fernverkehr nutzen, sei höher als üblich, sagte ein Sprecher der Bahn. Schwierigkeiten, das Aufkommen zu bewältigen, gebe es aber nicht. Sonderzüge stünden auf Abruf bereit und könnten jederzeit eingesetzt werden. Lufthansa und Germanwings haben für Flugausfälle mit der Deutschen Bahn ein Kooperationsabkommen geschlossen.

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit erhöht mit dem Ausstand den Druck auf das Lufthansa-Management. Cockpit fordert für die 5400 Piloten mehr Geld und die Beibehaltung der betriebsinternen Frührente. Piloten von Lufthansa-Töchtern wie Swiss, Austrian Airlines oder Eurowings schließen sich dem Ausstand nicht an. Die Airlines werden größere Flugzeuge einsetzen, um möglichst viele Lufthansa-Gäste zu befördern. Passagiere, die auf innerdeutsche Flüge gebucht sind, können ihr Flugticket in eine Bahnfahrkarte umtauschen.

rtr/dpa

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