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Wirtschaft Löhne in Deutschland sind weiter gesunken
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10:42 21.09.2009
Besonders stark betroffen war die Metallbranche mit einem Lohnrückgang von zwölf Prozent. Quelle: ddp
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Das Minus gilt dabei nicht für alle Branchen. Stark betroffen war die Metallbranche mit einem Rückgang von zwölf Prozent. In der Automobilindustrie sanken die Löhne um 8,8 Prozent. Das Kurzarbeitergeld, das in diesen Branchen häufig die Lohneinbußen abminderte, fließt nicht in die Statistik ein.

Bei den Banken und Versicherungen gab es einen Rückgang von 4,1 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass die an den Erfolg geknüpften Bonuszahlungen um 21,1 Prozent sanken. Sie machten von April bis Juni 20 Prozent am Gesamtgehalt in der Branche aus, im Vorjahr waren es noch 24,4 Prozent gewesen.

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Bei Erziehern und Lehrern dagegen stiegen die Löhne durch eine Tarifsteigerung um fünf Prozent. Auch im öffentlichen Dienst gab es ein Lohnplus von rund drei Prozent. Im Durchschnitt aller Branchen verdienten die Beschäftigten in Deutschland im zweiten Quartal 3128 Euro brutto. Die höchsten Verdienste mit im Schnitt knapp 4200 Euro brutto gab es in den Branchen Energie sowie Information und Kommunikation, den niedrigsten mit knapp 1900 brutto im Gastgewerbe.

Sollten sich die Reallöhne auch im Gesamtjahr unter dem Strich negativ entwickeln, müsste die Rentengarantie der Bundesregierung greifen. Diese soll das Sinken des Rentenniveaus verhindern, die an die Lohnentwicklung gekoppelt ist. Die Bundesregierung hatte die Rentengarantie zwar beschlossen, ging aber bisher davon aus, dass die Löhne unter dem Strich nicht sinken werden.

Das Lohnminus im zweiten Quartal wäre noch stärker ausgefallen, wenn die Inflationsrate nicht mit 0,3 Prozent relativ niedrig gelegen hätte. Bei der Lohnentwicklung werden die Reallöhne gemessen. Es wird also eingerechnet, was sich ein Beschäftigter angesichts des Preisniveaus von seinem Lohn tatsächlich leisten kann.

afp